Full text: Die Chronik des Garnisonstädtchens

240 Die Chrovnik des Garnisonstädkchens 
mit Jungfer Ginges Stammtafel doch wohl nur 
zweifelhaft beschaffen sei, und so schwieg er und be— 
gnügte sich mit einem Hm! das ja alles mögliche 
bedeuten konnte. — 
Was für eine Unordnung ist das! brummte 
Jochumsen am Abend, als er mit dem Leutnant 
auf seinem Zimmer war. Hier treibt sich ein Brief 
an Sie herum! 
Ach, der ist nur von Leutnant Arup, es stehn 
keine Geheimnisse darin. 
Das ist einerlei! Man muß sofort jeden ge— 
schriebnen Lappen vernichten, denn man kann nie 
wissen, was daraus entstehn kann. Sie wissen ja, 
daß wir Menschen im Jenseits Rechenschaft für jedes 
Wort ablegen müssen, das wir geredet haben, in 
diesem Leben aber sollen wir uns schon für jedes 
Wort verantworten, das wir oder andre an uns 
geschrieben haben — merken Sie sich das! — 
Gute Nacht. — 
Sie haben mir doch vor längerer Zeit einmal 
versprochen, daß ich echten westjütischen Met kosten 
sollte, sagte der Leutnant am nächsten Abend zu 
Jochumsen. Wo wollten wir doch zu dem Zwecke 
hin? 
Tod und Teufel, das hatte ich ganz vergessen! 
Ja, das ist im Veldinger Kruge. Dahin wollen 
wir morgen, dann kann ich gleich Lachsforellen im 
Futtruper Bach fangen. 
Aber das sind ja mehr als zwei Meilen zu
	        
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