Full text : Die Chronik des Garnisonstädtchens

252 Die Chronik des Garnisonstädkchens

sagte er schließlich. Es ist nicht mehr auszuhalten
vor Hitze, und für drei Uhr habe ich Mittagessen im
Veldinger Kruge bestellt.
Das ist ja ganz brillant, sagte der Leutnant.
Dort soll ich meine Gefährten auch treffen.
Eine halbe Stunde später waren alle im Kruge
vereint. Jochumsen, der sich mit dem Rittmeister
ausgesöhnt hatte, und der in bester Laune war,
weil er zwei kleine Forellen gefangen hatte, hatte
nichts gegen diese zufällige Begegnung einzuwenden,
und nur Möller, der immer besorgt war, daß man
ihn übersehen könnte, und der sich deswegen immer
sehr stramm hielt, war ein wenig kühl und zurück⸗
haltend.
Das ist ja ein großartiges Diner, das uns der
Krüger heute auftischt, meinte der Rittmeister. Kücken⸗
braten mit jungen Erbsen und Gurkensalat — und
rote Grütze hinterher! Das ist geradezu brillant!
Die Begeisterung legte sich indessen ein wenig,
als man merkte, daß die Kücken in Zucker braun ge⸗
macht waren, und als es sich gar herausstellte, daß
man die Erbsen und den Gurkensalat mit sehr reich⸗
lichen Quantitäten desselben Gewürzes zubereitet
hatte, blieb nicht mehr viel von ihr übrig. Die
Gesellschaft war nahe daran, seekrank zu werden, als
Jochumsen sich erbot, die Herrschaften mit dem be—
rühmten Veldinger Met zu traktieren.
Sie waren indessen alle hungrig, und so glitt denn
das Essen hinunter, und Möller, der vielleicht zeigen
            
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