Full text : Die Chronik des Garnisonstädtchens

HUeunzehntes Rapilel

und mit so vielen guten Vorsätzen zurück, daß der
Weg zur Hölle zweimal damit hätte gepflastert werden
können, obwohl er ja, bekanntlich, sehr breit ist.
Die Knaben trieben sich in den Straßen umher
und fragten einander über die Erlebnisse des Som—
mers aus. Jakob Leth hatte alle Marryatschen
Romane zum zweitenmal gelesen, und der Sohn des
Bürgermeisters hatte seine Siegelsammlung draußen
auf dem Gut des Barons um vierzehn adliche Siegel
vermehrt; zwei davon waren sogar gräflich! Man
kaufte die neuen Schulbücher, einige beim Buch—
händler, andre beim Bücherjuden, und alle waren
sehr gewissenhaft, sie mit Papiereinbänden zu ver—
sehen — für die ersten acht Tage!
Der Rektor hatte sehr angenehme Ferien ver—
lebt, das heißt, er war kaum aus seinem Garten
heraus gewesen, den er ja im Sommer unmöglich
verlassen konnte; und Lise hatte Blumen begossen
und gemäht, über den Bretterzaun hinausgeschaut
und geträumt. Einmal war sie auch mit ihrem
Vater im Walde gewesen, als die Regimentsmusik
spielte — das war ein großes Ereignis gewesen,
denn der Rektor war eigentlich kein Freund der
Wälder; die wachsen ihm viel zu unordentlich, pflegte
Jochumsen zu sagen; und zwischen den Baumstämmen
wird ja nicht gejätet — das geniert natürlich den
alten Rosenzüchter!
Adjunkt Lind wäre um ein Haar nach Paris
hin eingeladen worden. und es war deshalb kaum
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