Full text : Die Chronik des Garnisonstädtchens

Neunzehnkes Kapilel 269

Deswegen kann er jetzt sehr wohl Oberst oder Ge—
neral sein! — Sollte es der Oberst sein? — Nein,
der hat, weiß Gott, nie zivile Passionen gehabt! —
Die Sache ist verwickelter, als ich glaubte.
Dunkel und tragisch! ergänzte Bertram.
Aber ich halte doch das Ende des Ariadnefadens,
der ins Labyrinth hineinführt, hier in der Hand!
sagte Jochumsen stolz. Er verabschiedete sich kurz,
kehrte heim und sann und grübelte, wie er seine
fernern Untersuchungen am besten einleiten könnte.
Major Duseberg zog er eigentlich nicht mehr
in Betracht. Als er aber am nächsten Abend in den
Klub kam, und der erste Mensch, den er erblickte,
der Major war, der ganz allein im Speisesaal saß,
die Serviette um den Hals geknotet, und eine Portion
gebratnen Aal mit gestobten Kartoffeln verzehrte, da
hielt er es für eine Fügung des Schicksals, daß der
erste, der ihm nach seiner Unterredung mit Bertram
begegnen mußte, gerade der Major war, deswegen
ging er geradeswegs und mit einem verhältnismäßig
freundlichen: Guten Abend! auf ihn zu.
Sieh da, guten Abend, guten Abend, lieber Herr
Oberlehrer, sagte der Major. Nun, wie gehts?
Nehmen Sie doch Platz! Ich kann Ihnen den Aal
sehr empfehlen. Ganz delikat!
Ich danke, ich esse weder Aal noch andres Ge—
würm! entgegnete Jochumsen.
Aber Hummer essen Sie doch? fragte der Major
ganz entsetzt.
            
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