Full text: Die Chronik des Garnisonstädtchens

272 Die Ehrovnik des Garnisonstädkchens 
besten Unterhaltung begriffen sind! Ein Original ist 
er, aber auch ein tüchtiger Lehrer in der deutschen 
Sprache. 
Nicht ganz so leicht war es, Major Brusch, 
den „alten Major,“ zu fassen; fürs erste hatte 
Jochumsen erst ein paarmal etliche Worte mit ihm 
gewechselt, und zweitens ließ sich der Major nie— 
mals im Klub sehen, und so sah Jochumsen denn 
ein, daß er gezwungen sein würde, ihn in seiner 
Wohnung aufzusuchen oder ihn auf der Straße 
anzureden, und beides erschien ihm etwas auf— 
dringlich. Der Zufall kam ihm indessen hier, wie 
schon so oft, zu Hilfe. Der Leutnant war zum 
Nachmittagstee bei Jochumsen, Isaak hatte sich eben 
empfohlen, und die Unterhaltung zwischen den neuen 
Freunden ging lustig von statten. 
Ach, wie ich mich auf das Manöver freue! 
sagte der Leutnant. 
Die Geschmäcke sind ja verschieden, meinte 
Jochumsen. 
Aber können Sie denn nicht begreifen, daß die 
Kantonnementsübungen ganz etwas andres sind als 
der tägliche Dienst! Denken Sie doch nur, was es 
heißt, an einem schönen Septembermorgen, wenn 
die Sonne scheint, und der Tau auf Busch und 
Gräsern blinkt, mit dem ganzen Regiment zur 
Stadt hinaus zu reiten, alles hinter sich zu lassen, 
während die Musik spielt, und die Mädchen ans 
Fenster kommen.
	        
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