278 Die Chronik des Garnisonstädkchens
seiner Speisen — er aß in der Regel des Morgens,
des Mittags und des Abends Grütze, die sich
ja eigentlich von selber kochte — blieb ihm nur
wenig Zeit.
Jochumsen konnte der Montierungskammer des
Majors kein weiteres Interesse abgewinnen, der
Leutnant dagegen ging von einem Riegel zum andern,
—
hängte wieder auf, und der Major war entzückt.
Auf der Satteldecke bin ich Anno 1815 von
Rendsburg nach Frankreich und wieder zurück ge—
ritten, sagte er, während ihm die Tränen in die
Augen traten. Ja, das waren Zeiten!
Ist das der Pallasch, mit dem der Herr Major
Trompeter Rubek herausgehauen haben? fragte der
Leutnant und zog die Klinge aus der Scheide.
Ja, das ist er — aber aus der Geschichte ist
viel zu viel Wesens gemacht worden: ich gab nur
dem Pferd die Sporen und hieb dann drauflos —
das hätte jeder gekonnt! — Aber sehen Sie die
Pistolen da: die hab ich von Prinz Wilhelm von
Hessen bekommen, als wir aus Frankreich heimkehrten;
er hatte sie selber in Paris gekauft — probieren
Sie die Schlösser mal, Kamerad, dann werden Sie
sebhen. was für Federn das sind!
Und der Leutnant probierte, und der Leutnant
sah, und schließlich endete er draußen im Stall bei
der alten Asta, gefolgt von dem überglücklichen Major,
der sich wieder und wieder entschuldigte, weil er