Neunzehntes Rapitel 279
indes Jochumsen allein im Zimmer zurücklassen
mußte.
Endlich erklärte der Leutnant, jetzt müsse er
gehn, und Jochumsen machte Miene, ihm zu folgen,
ließ sich jedoch überreden, noch ein wenig zu bleiben.
Ein prächtiger Leutnant! sagte der Major, als
dieser gegangen war. Es tut einem alten Dragoner
förmlich gut, ihn nur anzusehen!
Ja, erwiderte Jochumsen, einem alten Schul⸗
meister ebenfalls!
Natürlich, natürlich! Ich meinte nur — Sie
nehmens mir ja nicht übel — ich weiß ja, daß Sie
ihn auch gern haben und sich seiner annehmen. als
sei er Ihr Sohn!
Ja, Gott weiß, wie einem wohl zu Mute wäre,
wenn man plötzlich so einen erwachsenen Sohn bekäme!
erwiderte Jochumsen, der jetzt anfing zu sondieren.
Ja, Gott weiß! wiederholte der Major. Es
gibt eine Komödie, die ein gewisser Heiberg ge—
schrieben hat, „Die Dänen in Varis,“ kennen
Sie die?
Ja, die kannte Jochumsen.
Darin kommt ein Major vor, der urplötzlich
eine erwachsene Tochter bekommt, und er ist ganz
überglücklich — nicht sofort, aber hinterher — aber
das Kind hat er von seiner ehelichen Frau. das ist
ja etwas ganz andres!
Ja, das ist allerdings ein Unterschied, räumte
Jochumsen ein.