Full text : Die Chronik des Garnisonstädtchens

Einundzwanzigstes Rapitel

Ver Mitte September war das Manöver beendet,
und das Regiment rückte wieder in die Garnison
ein, natürlich unter dem Geleit des alten Major
Brusch, der ihm eine Meile entgegengeritten und
schon vor Rührung zerflossen war, als er die blauen
Dragoner von weitem erblickt hatte und die Musik
hatte spielen hören. Auf dem Marktplatz hielt der
Oberst mit seiner schönen, wohltönenden Stimme
eine kurze Ansprache, in der er dem Regiment und
insbesondre den Schwadronführern dankte; diese
dankten dann später mehr privatim ihren Leutnants,
die Standarten wurden unter Dach und Fach ge⸗
bracht, man ritt in die verschiednen Quartiere, und
nun ging das militärische Leben im Städtchen wieder
seinen ruhigen, einförmigen Gang.
Der Oberst nahm einen Monat Urlaub, um in
ein Bad zu gehn — er hatte wieder eine leise
Mahnung seines alten Feindes, des Podagras, ge⸗
habt —, Major Duseberg wurde stellvertretender
Regimentschef, und Rittmeister Ravnhijelm frenute
            
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