Volltext: Die Chronik des Garnisonstädtchens

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Zweiles Kapitel 
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Gesicht mit graugesprenkeltem Vollbart, und von 
dem Unbeholfnen, fast etwas Scheuen in seinem 
Wesen abgesehen hatte er genau dasselbe Gepräge 
wie die Tochter, als habe er allezeit in einer Welt 
gelebt, wo man die Leidenschaft nur dem Namen 
nach kannte. 
Die Unterhaltung ging schwerfällig von statten, 
und es traten häufige Pausen ein. Man sprach 
natürlich hauptsächlich über die Schule, und der 
Rektor erkundigte sich, ob der Adjunkt früher schon 
Geschichtsunterricht gegeben habe; Jochumsen hielt 
die Unterhaltung im Gange, wenn sie gänzlich ins 
Stocken zu geraten drohte, hin und wieder gab 
auch das junge Mädchen durch eine ruhige Be— 
merkung zu erkennen, daß sie ebenso gut über den 
Stundenplan und die Schulverhältnisse orientiert 
war wie der Vater selbst. Schließlich schien das 
Schulthema vorläufig erschöpft zu sein, und Möller 
fing an von dem strengen Winter zu reden, worauf 
der Rektor seufzend das horazische: Jam satis terris 
nivis atquo dirae zitierte und seiner Besorgnis 
um die zuletzt gepfropften Rosen, die so gut wie 
möglich mit Tannenreisern geschützt seien, trotzdem 
aber Schaden leiden könnten, Ausdruck verlieh. 
Als Jochumsens Pfeife zu Ende geraucht war, 
stand er auf und verabschiedete sich, Möller tat das 
gleiche, und der Rektor fühlte sich offenbar erleichtert. 
als der Besuch überstanden war. 
Fräulein Lassen ist wohl noch ganz jungꝰ fragte
	        
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