Volltext: Die Chronik des Garnisonstädtchens

24 Die Chronik des Garnisonstãdichens 
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der Adjunkt, als sie wieder auf die Straße hinaus— 
gekommen waren. 
Jung? wiederholte Jochumsen. Sie ist niemals 
jung gewesen. So lange ich zurückdenken kann, ist 
sie immer viel vernünftiger gewesen als wir andern 
alle zusammen genommen, und wenn Lassen sie nicht 
hätte, sähe es schlimm aus um die Schule, das Haus 
und den Garten — sie ist wie eine Mutter für ihn. 
Aber sie ist doch trotzdem noch sehr jungꝰ 
Ja, lassen Sie mich einmal sehen — sie ist 
siebzehn Jahre alt geworden, aber wenn man nie 
eine Mutter gekannt hat — 
Der Direktor ist Witwerꝰ 
Ja, seine Frau starb, als Lise geboren wurde. 
Es war natürlich ein reines Versehen, daß Lassen 
sich überhaupt verheiratet hatte — das ist nichts 
für ihn, von Liebe versteht er nichts, und Gott 
mag wissen, wie das Mãdchen eigentlich in seinem 
Garten herangewachsen ist — aber da haben wir 
ja den neuen Leutnant! 
Dieser Ausruf galt Leutnant Paulsen, der in 
voller Gala mit Helm und Schärpe aus der Tür 
des Hotels trat. Möller und er, die ja alte Be— 
kannte von der Post her waren, begrüßten einander, 
der Leutnant wurde Jochumsen vorgestellt, und 
einen Augenblick später trennten sich alle drei: 
Jochumsen, um nach Hause zu gehn, Möller, um 
sich ins Hotel zu begeben, und Leutnant Paulsen.
	        
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