Full text: Die Chronik des Garnisonstädtchens

Preiundzwanigstes Rapitel 348 
an fünfzig Zivilisten da. Einer von unsern Leuten 
Veilby — Sie wissen, der starke Schmied — trinkt 
sich einen an und schlägt so ein drei, vier Stück 
tZivilisten zu Boden, aber das verschlug nichts, es 
waren zu viele. Was tun da meine Dragoner? 
Sie erinnern sich der Worte ihres Rittmeisters, daß 
man lieber geben als nehmen soll, und ziehn die 
Stiefel auf die Fäuste und räumen die Bude. Das 
war ja an und für sich sehr vernünftig, aber die 
Sporen sollen den zivilen Physiognomien einige böse 
Schrammen beigebracht haben, und es ist bereits 
Klage beim Regiment eingereicht worden, also kann 
alles mögliche daraus entstehn. Das Einzige wäre 
natürlich, wenn man den ärgsten Schreiern unter 
der Hand das Maul stopfte; ich kann es für den 
Tod nicht leiden, wenn meine Leute vor das Kriegs⸗ 
gericht gestellt werden! Aber das geht auch nicht, 
denn in meiner Kasse ist Ebbe, und von dem Fa— 
miliensilber ist nichts mehr als die Pfefferbüchse 
übrig geblieben! 
Darf ich nicht versuchen, die Sache unter der 
Hand zu ordnen? bat der Leutnant. 
Ja, das wäre prächtig; aber wie wollen Sie es 
eigentlich — 
Ach, ich denke, es wird gehn, Herr Rittmeister! 
Ich möchte es auch nicht haben, daß mein alter 
Kamerad, der Schmied, bestraft wird. 
Und dann ordnete der Leutnant die Sache, aber 
in den folgenden Monaten machte es ihm große
	        
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