Full text : Die Chronik des Garnisonstädtchens

vierundzwanigstes Kapikel 379

in meinem jetzigen Zustande brillant — ich wünsche
keine Veränderungen!
Sie sind ein Philister, Herr Leutnant! Ein
junger Mann, der nicht träumt und sich sehnt und
so weiter, das ist ein Unding! — Darf ich mir
die Frage erlauben, haben Sie jemals poetische An—
wandlungen?
Ja, was verstehn Sie darunter?
Ach, ich meine, ob Sie sich zum Beispiel zu—
weilen etwas ausmalen, wovon Sie selber wissen,
daß es Unsinn ist, das aber trotzdem eine eigne
Anziehungskraft für Sie hat?
Ja, das tue ich wohl einmal.
Darf ich dann auch wohl fragen, was für Vuft⸗
schlösser es sind, die Sie bauen?
Ach, das ist nicht so einfach zu sagen, aber
wenn ich zum Beispiel an einem frühen Morgen
auf meinem eignen Pferd zur Stadt hinausreite.
und alle die roten Dächer und rauchenden Schorn⸗—
steine liegen hinter mir, dann denke ich, daß ich
von dem Ganzen wegreite, um nicht eher wieder
zu kommen, als bis ich —
Als bis Sie was?
Ja, das weiß ich eigentlich selber nicht.
Ach so! Ja, das ist sehr poetisch! — Aber
um darauf zurückzukommen, womit ich vorhin be—
gann — sind Sie denn gar nicht ein bißchen ver⸗
liebt in Mine und Friederike?
In alle beide?
            
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