Volltext : Die Chronik des Garnisonstädtchens

Junfundzwanzigstes Rapitel 393

Gehilfe, aber Herr Ketelsen kounte nicht selber
kommen: er ist vor einer halben Stunde zu dem
alten Major geholt worden.
Aderlaß? fragte Jochumsen.
Ja, wie gewöhnlich.
Nun, dann fangen Sie nur an, sagte Jochumsen
besänftigt. Er hatte doch et was gehört. Aber
treichen Sie erst das Messer. Sonst nichts Neues?
Nicht daß ich wüßte.
Keine Prügelei?
Ich glaube nicht!
Auch keine Betrunkenen?
Habe keine gesehen!
Auch kein Sterbefall? fragte Jochumsen ganz
oxbittert.

Ja, das ist wahr! Jungfer Ginge im Kloster
ist heute vormittag gestorben.
Jungfer Ginge! rief Jochumsen und sprang auf,
sodaß der Gehilfe ihn beinahe geschnitten hätte.
Mein Gott, ist die tot?
Waren Herr Oberlehrer vielleicht verwandt
mit ihr?
Unsinn! — Rasieren Sie mich, und verschonen
Sie mich mit Ihrem dummen Gerede!
So stark wirkte die Nachricht von Jungfer
GBinges Tod auf Jochumsen, daß die Erkältung fast
in demselben Augenblick vorüber war, und am
nächsten Morgen überraschte er die Schule damit,
daß er sich unangemeldet zur gewohnten Zeit ein—
            
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