Full text: Die Chronik des Garnisonstädtchens

Sechsundzwanzigstes Rapitel 421 
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dücke hatte die Korvette auch bei den Offizieren 
der Garnison nicht hinterlassen, denn trotz des 
Balles, der Feste an Land und der Feste an Bord 
janden die hellblauen Dragoner durchschnittlich, daß 
hre dunkelblauen Waffengeführten ziemlich arrogant 
waren, und diese ihrerseits fanden die Landratten 
ein wenig borniert. Folglich war die gegenseitige 
Sympathie nicht gerade groß, und ganz im geheimen 
wünschten die Marineoffiziere die krummbeinigen 
Kavalleristen während einer steifen Brise an Bord, 
während diese ihrerseits kein großes Vertrauen zu 
den Reiterkünsten der Seebären hatten. 
Möller wußte natürlich, daß Lise zu Ball ge— 
wesen war, wußte, wie sie dahin gekommen war, 
und mit wem sie getanzt hatte — kurz, er wußte 
alles, die Hauptsache ausgenommen. Und Möller 
war gar nicht zufrieden mit der ganzen Sache. Der 
Leutnant hatte Recht: sie war wirklich kein gewöhn— 
liches Mädchen, und auf dem Balle hatte sie natür— 
lich doppelt gut ausgesehen, man hatte sie fetiert, 
hr geschmeichelt, und so etwas kann ja leicht einen 
tiefern Eindruck machen, als es wert ist, namentlich 
auf ein junges Mädchen, das die Welt und ihre 
Versuchungen nicht kennt. Der Leutnant war natür— 
lich an und für sich eine ziemlich unbedeutende 
Persönlichkeit, aber er sah ja gut aus und hatte, 
was man ein gewinnendes Benehmen nennt; es war 
gar nicht unmöglich, daß er Lise den Hof gemacht 
hatte — das tat er vermutlich bei allen —, und
	        
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