Full text: Die Chronik des Garnisonstädtchens

428 Die Chronik des Garnisonstädkchens 
Major, sagen Sie? rief Jochumsen und packte 
den Leutnant beim Arm. Ja natürlich, da haben wir 
den Major! Und ich bin der Dummkopf gewesen! 
Was sind Sie gewesen? 
Ach, nichts! — Gute Nacht! 
Damit ging Jochumsen nach Hanse, und zu 
Bett ging er auch, aber er schlief nicht viel in 
dieser Nacht. — Ja, wie hatte er nur so blind 
sein können! Da war es ja kein Wunder, daß der 
Leutnant so feine Empfindungen hatte, und daß er 
und der Kammerherr eine solche Anziehungskraft 
füreinander hatten! — Und die Äußerungen des 
alten Major Brusch, die stimmten ja auch! — 
Und der Kranz auf Jungfer Ginges Sarg, der 
von dem Vater war! — Wie hatte er nur so ge— 
dankenlos sein können! Er hatte die Lösung des 
Geheimnisses ja Tag für Tag vor sich gehabt — 
ja man trat bei jedem Schritt auf Geheimgänge! 
Aber nun wollte er auch gleich morgen zu dem 
alten Major gehn und ihm sagen, daß er, Peter 
Jochumsen, Klarheit über das Ganze habe, und mit 
ihm über die Sache reden, denn Jochumsen war 
wohl diskret, doch mußte er jemand haben, dem er 
sich anvertrauen konnte. 
Am nächsten Mittag nach der Schule war er 
schon auf dem Wege zum Major, als ihm einfiel, 
daß er sich doch wohl erst rasieren lassen müsse, 
und so ging er denn zu Ketelsen. — Ob der Herr 
Oberlehrer es schon wüßten? — Was soll ich
	        
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