Full text: Die Chronik des Garnisonstädtchens

Breißigstes KRapitel 
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er sich auf seinem Pferd um und sagte zu Jochumsen: 
Falls Sie glauben, daß Fräulein Lassen — 
Freilich glaube ich das! erwiderte Jochumsen, 
und dann ritt der Leutnant wirklich davon. 
Die Mutter und Mine und Friederike hatten 
viel zu beschaffen. Sie liefen aus und ein, schleppten 
Steppdecken und Federkissen, drüben in der Scheune 
wurde frisches Stroh ausgebreitet, und zu allerletzt 
sam die Mutter mit einem zusammengeknoteten 
Tuch und schlug den Weg nach dem Garten ein, 
gefolgt von Kutscher Niels, der einen Spaten trug. 
Wohin willst du? fragte der Pfarrer. Und was 
jast du da im Tuch? 
Es ist das Silberzeug und die Schmucksachen 
der Kinder. Niels soll es unter dem Walnußbaum 
hergraben — jetzt, wo wir jeden Augenblick — 
Ach, trag es nur ruhig wieder hinein, Mutter! 
Wir leben ja nicht zur Zeit des Dreißigjährigen 
—X 
Meinen Sie nicht auch, daß es notwendig wäre, 
Jochumsen? 
Nein, das glaube ich wirklich nicht, liebe Freundin; 
wenn Sie dagegen Mine und Friederike eingraben 
ktönnten — 
11 
Die Unterhaltung erlitt eine sehr plötzliche 
Unterbrechung, indem der alte Glöckner, der oben 
im Kirchturm postiert gewesen war, hereingehumpelt 
kam und erzählte, daß fremde Krieger die große 
Landstraße hergezogen kämen; und zehn Minuten
	        
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