Full text : Die Chronik des Garnisonstädtchens

310 Die Chronik des Garnisonstädtchens

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es half nicht, daß man sich eingeredet hatte, man
müsse auf das schlimmste gefaßt sein, man brach
fast zusammen unter dem Kummer. Vor dem Rat—
hause löste eine Gruppe die andre ab; Leute, die
aus der Entfernung sehen konnten, daß etwas ge—
schehn sein müsse, eilten über den Marktplatz,
drängten sich vor, hörten, was die zunächststehenden
halblaut vorlasen, und gelangten endlich weit genug,
daß sie mit eignen Augen die traurige Gewißheit
erfassen konnten. Ringsumher in den vielen Familien
herrschte nicht nur Landestrauer, sondern Angst um
die Teuern; ein paar Tage später kamen die Ver—
lustlisten — die langen, langen Listen, und mit
ihnen die Gewißheit.

Möller war unter den Verwundeten — ver—
wundet und gefangen.

Eine Woche später rückte der Feind in die Stadt.
Jetzt kamen die Preußen allein, und dieses mal war
es kein flüchtiger Besuch: alles deutete darauf hin.
daß die ungeladnen Gäste sich auf längere Zeit ein—
richteten. Die alte, halbverfallene Propstei, die leer
stand, wurde ihrer Lage wegen zur Hauptwache
gemacht, unten am Fiord warf man kleine Schanzen
auf, die mit einer Batterie armiert wurden, und
die ganze Stadt erhielt natürlich Einquartierung.
Der Kammerherr mußte einen General mit seinem
Adiutanten bei sich aufnehmen, Jochumsen bekam
            
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