Volltext: Die Chronik des Garnisonstädtchens

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Ehehälfte, die aussah, als sei sie aus einem Ei 
geschält. 
Das ist Adjunkt Möller, sagte Jochumsen, und 
der Pedell wie auch seine Frau grüßten freundlich. 
Er will gern Kaffee und Gebäck, so wie ich, auf 
das Lehrerzimmer gebracht haben; ich habe Ihren 
Kaffee sehr gelobt, liebe Madam Jensen! 
Madam Jensen lächelte über das ganze Gesicht 
und forderte die beiden Herren eindringlich auf, näher 
zu treten, indem sie die Tür zu einem Zimmer 
öffnete, das förmlich vor Reinlichkeit glänzte; weiße 
gehäkelte Decken lagen über Tisch und Kommode, 
und auf dem frischgescheuerten Fußboden kreuzten 
sich zahllose Wachstuchstreifen wie Irrwege. 
Danke schön, Madam Jensen! Bringen Sie nur 
den Kaffee ins Lehrerzimmer, wenn er fertig ist, und 
vergessen Sie nicht, daß ich am liebsten eine Schnecke 
und ein Hörnchen haben will — ich zeige dem Herrn 
Adiunkten dann inzwischen den Turnsaal. 
Das scheinen ja tüchtige Menschen zu sein, sagte 
Möller, als sie über den Platz gingen. 
Tüchtige Leute — ja, das ist beinahe zu wenig 
gesagt! Er und sie sind die redlichsten Menschen 
in dieser Welt! Denken Sie nur, Jensen hat noch 
obendrein zwei Schwägerinnen zu sich genommen. 
Gott weiß, wie die alle Platz in dem Maikaͤfer— 
haus haben! Und sein einziger Sohn besucht die 
Lateinschule — Freistelle natürlich, aber trotzdem! — 
So, nun will ich Sie einem Kollegen vorstellen, 
Die Chronik des Garnifonstädtchens. 2. Aufl. —
	        
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