578 Die Chronik des Garnisonstadkchens
Kleider streiften die Büsche, Lachen und fröhliche
Stimmen erschollen überall.
In der Laube saßen die drei Alten, der Rektor,—
Jochumsen und der Pfarrer.
Das war das! sagte Jochumsen. Die beiden
hätten wir nun glücklich versorgt!
Ja, erwiderte der Rektor feierlich, und dann
fügte er zu seinem Vergnügen hinzu:
Vivite felicos, quibus est fortuna peracta
Jam sual
Du hast deinen Garten, Lassen, fuhr Jochumsen
fort, ich habe meine kommunalen und sozialen Inter—
essen, und der Leutnant hat jetzt eine Frau —
etwas muß man in so einer Provinzstadt haben,
wofür man leben kann!
Ja, nun ist das erste Kapitel in dem Roman
ihres Lebens abgeschlossen, sagte der Pfarrer.
Das erste Kapitel? wiederholte Jochumsen.
Ja, denn hoffentlich liegt doch noch ein langes
veben vor ihnen.
Na ja, auf die Weise — aber das interessiert
mich gerade nicht allzusehr.
Was soll das heißen?
Einfach, daß die Ehe meiner Ansicht nach nur
zur Familienlektüre bestimmt ist — notabene, wenn
sie glücklich ausfällt:
Ach, des Lebens schönste Feier
Endigt auch den Lebensmai;
Mit dem Gürtel, mit dem Schleier
Reißt der schöne Wahn entzwei.