Full text: Die Chronik des Garnisonstädtchens

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rote Nase über einem kurzen, gestutzten Schnurrbart. 
Leider trank er, und zwar ziemlich stark, aber ob— 
wohl er schon mehrmals nahe davor gestanden hatte, 
seinen Abschied zu bekommen, hatte der Rittmeister 
doch immer eine schützende Hand über ihn gehalten, 
wie man wissen wollte, weil Rubek ein tüchtiger 
Jaͤger war, was in den Augen des Chefs als große 
Empfehlung galt. Sah man Rubek in Zivilkleidung, 
was sehr häufig der Fall war, da er auf Bällen 
und im Stadttheater den Kontrabaß handhabte, so 
würde ein Fremder ihn zweifelsohne für einen 
musizierenden Viktualienhändler gehalten haben, und 
sein ganzes Auftreten war auch so zivil wie nur 
möglich. So teilte er sämtliche Rekruten in zwei 
Kategorien ein, in solche, die bei seiner Frau waschen 
ließen, und in solche, die das nicht taten, und 
Leutnant Paulsen hatte infolgedessen einen Stein 
bei ihm im Brett, weil er auf den Rat der Frau 
Oberst gleich von Anfang an Madam Rubek seine 
Wäsche anvertraut hatte. Mit den vielen Kindern 
hatte es offenbar auch seine Richtigkeit, denn fast 
nie ließ sich der Trompeter auf dem Kasernenhof 
sehen, ohne von einem Schwarm zerlumpter Kinder 
gefolgt zu sein, und doch ging die Sage, daß nie— 
mand jemals seine ganze Familie auf einmal ge⸗ 
sehen habe, da immer mindestens ein Kind unter— 
wegs sei, um ein Maß Branntwein aus der 
Brennerei in der Mönchenstraße zu holen.— 
Die Zeit vergeht schnell, wenn sie einförmig
	        
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