36 Die Chronik des Garnilonstädkchens
höflich bei ihm anfragt und bescheiden hervorhebt
daß so herrliche Schlittschuhbahn sei.
Aber die Sekunda wird wohl nicht mit bitten
denn die haben am Nachmittag eine Stunde frei.
Seid ihr die Ältesten in der Schule, oder sind
sie es? fragte Jochumsen verächtlich und schloß die
Tür hart hinter sich, und nun wußte die ganze
Qlasse, daß man frei bekommen würde, wenn man
nur darum bäte.
In der nächsten Pause vernahm man denn auch
lautes Geschrei, an dem sich alle Kleinen beteiligten.
die von den Großen Order bekommen hatten zu
brüllen, und Jochumsen, der sonst streng darauf
hielt, daß auf dem Schulhof nicht geschrieen wurde
tat, als höre er es nicht. Der Rektor war so
leichtsinnig, sich am Fenster zu zeigen, als aber die
aufrührerischen Stimmen in demselben Augenblick
lauter wurden, zog er sich schleunigst zurück und
überlegte, ob es nicht geraten sei, ganz unbemerkt
durch die Pforte auf den Direktorhof zu schlüpfen —
ein Manöver, das er unter ähnlichen Umständen öfters
mit Erfolg ausgeführt hatte. Seine Absicht wurde
indessen rechtzeitig entdeckt, und die ganze Schule mit
Ausnahme der Sekunda, die ja an diesem Tage
nicht frei haben wollte, steuerte auf das Ende des
Platzes zu und hielt die Ausfallpforte besetzt.
Zwei aus der Prima näherten sich entblößten
Hauptes, und unter erwartungsvollem Schweigen
brachten sie ihre Wünsche vor. Der Rektor trib—
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