Full text : Die Chronik des Garnisonstädtchens

70 Die Chronik des Garnisonstadichens
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ruhte nicht, bis er der Sache auf den Grund gekommern
war; er sammelte geradezu Geheimnisse, große wie
kleine, in der Stadt wie in der Schule und ärgerte
sich, wie sich nur ein Sammler ärgern kann, wenn
eine Lücke in seinem Museum war. Schlechte
Menschen nannten ihn geradezu neugierig, er selber
behauptete aber, er habe Interesse für alles, denn
jein Wahlspruch laute: Nil humani a me alienum.
Sehen Sie einmal nach der Wohnung des
Obersten hinauf! rief Jochumsen plötzlich, als sie an
dem Eckhaus mit den Schildwachen vorüber kamen.
Jetzt sitzt die Oberstin auf ihrem Fenstertritt wie
Odin auf Lidskjalf, sieht alles, hört alles. Augen⸗
blicklich scheint sie aber allein zu sein: sie hat ver—
mutlich ihre Rabentöchter Hugin und Munin, oder
wie sie heißen, ausgesandt, damit sie ihr das übrige
rapportieren können. Infamer alter Geier!
ästhetisch, oder vielmehr hysterisch! Kampfhenne —
kennen Sie die Rassed Nicht? Nun, dann bitten
Sie den lieben Gott, daß er Sie vor der nähern
Bekanntschaft bewahrt! — Adieu, Möller! — Ach
hören Sie doch mal! Kommen Sie heute nachmittag
um fünf Uhr zu einer Tasse Tee zu mir, wir können
dann zusammen in den Klub gehn!
Danke, ich komme gern!
Adieu!

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