Full text : Jens Peter Jacobsen

374

Jens Peter Jacobsen.

seelen, ein so feiner Sprachkünstler, der so entzückend malerisch
und stimmungsvoll die Bilder seines Innern in die Phantasie
und das Gemüt des Lesers zu projizieren versteht, und endlich
daß er so „modern“ auch im Denken, so losgelöst von den Lehren
des Christentums und seinen Gesetzen, „der schwache Nietzsche“.
wie L. Krapp ihn mit Vorliebe nennt. Und das Revolutionäre,
auch gerade auf diesem Gebiete hat ja leider für viele so etwas
Prickelndes, Interessantes an sich. Das „Eritis sicut dii“ liegt
auch heute noch, nein, gerade heute, vielen im Blute.
Wir können an Jacobsen nicht wirklich froh werden, es weht
zu viel ungesunde Luft in seinem Werk, in religiöser wie in
moralischer Hinsicht kann er zu viel des Giftes in die Herzen
seiner Leser träufeln. Wir sind gern bereit, die Schönheit und
Farbenpracht auch des grimmigsten Raubtiers, der verderblichsten
Giftpflanze anzuerkennen und zu bewundern, aber wir werden
es nie empfehlen, mit dem Raubtier zu spielen und die Pflanze
zu genießen.

e

434

7

124
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.