Von Johannes Mayrhofer.
zu machen. Denn wie heißt es im 14. Kapitel, dem Schl
Buches?
„Es nutzte nichts, daß Niels jenes Gebet, das er gebetet,
wahnsinnigen Schrei um Hilfe für sein Kind nannte, abwe
daß niemand diesen Schrei hören konnte. Er hatte gewußt,
mitten in seiner Verzweiflung. Er war versucht worden, un
fallen. Das war ein Sündenfall, ein Abfall von sich selbst
Joee. Es war wohl so, daß die Tradition in seinem —*
wesen; das Menschengeschlecht hatte so viele tausend Jahre
zum Himmel gerufen, und nun hatte er diesem ererbten
gegeben; doch er hätte ihm widerstehen sollen wie einem
stinkt. Er wußte ja doch, bis hinein in die innersten Fiber
hirns, daß Götter Träume, und daß es ein Traum, zu dem
sobald er betete, ebensogut wie er in alten Tagen, wenn
Phantasterei in die Arme warf, gewußt hatte, daß es Phar
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gewesen, um das Höchste zu kämpfen, und hatte im des Kamp
Fahne verlafssen, zu der er geschworen; denn das Neue der
der Wahrheit heilige Sache, welches Ziel hatte das alles, n
alles anders als Flittergoldnamen für das eine Schlichte,
ertragen, wie es war! Das Leben ertragen, wie es war, un
sich um des Lebens eigene Gesetze formen zu lassen.“
Da ist in der Tat der Unglaube „postuliert“, ab
wiesen. Bewiesen ist er geradesowenig in den übrig
Kapiteln, obwohl den Lesern nur zu leicht allerlei Zu
riert werden. Da sind in schöner Sprache so schöne!
formt, von Gott, der in Entwickelung begriffen sein
Ideal der Menschheit und nicht „in der Dogmen histor
erstarrt“ sein dürfe, und von der Schädlichkeit des Ge
eine Vorsehung, welcher „der Menschen Mitleid mit d
lichen abstumpfen müsse“, und von der Vorzüglichkeit
erziehung des Menschen an Stelle der Abhängigkeit
„kontrollierenden Gottheit“ usw., daß der Leser, der n
der Philosophie gebildet und darin geschult ist,
Schärfe Irrtum und Wahrheit zu sondern, nur zu le
hereinfallen wird. In den beiden zuletzt genannte
gibt gewiß auch schon ein oberflächlicher Blick auf di
eine schauerlich deutliche Antwort darauf, wo denn
leid mit dem Unglücklichen und „Leben im Einklang
was der einzelne in seinen besten Augenblicken am höc
zu finden ist, bei denen, die an Gott geglaubt und st
gewesen, ihm mit seiner Gnade ähnlich zu werden, ode
die sich von der „kontrollierenden Gottheit“ losgesag
Gegenwart legt darüber ein beredtes Zeugnis ab. un
den noch schöne Dinge erleben, je weiter der „Kalk“!
und der Glaube an die „kontrollierende Gottheit“ au
schenherzen schwindet. Aber wie viel mag Niels
besser sein Dichter J. P. Jacobsen nicht in dieser Bez—
schuldet haben! Wieviele sind wohl nicht bereits in dit
gen hängen geblieben zu ihrem zeitlichen und vie
ewigen Unheil. Es ist etwas Furchtbares so herrliche
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