Full text: Newspaper volume (1922, Bd. 2)

SchîtzLwig-koîsLàîschS 
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Berņgsprà: soo.— m monatlich fret ìņs Haņ». Gnzeloeàfsprà 15.— Ņ 
SchristleUung und GeschSstssteUe: Rendsburg. Mühlen,tratze »8. — Semsprecher IS und i >2. 
Telegramm -Anschrist: LagebķatL 
Bank-Ķsnten: Spm- ». Leih-Kasse. Bankverein Mr Schleswig-Holstein. Aļà-Gesellschast. 
Westholsteinische Bank. Schleswig-Holsteinische Bank Md Gemeinde-Soarkasse Biidelsdörj. 
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tnebes der Zeitung, der Lieferanten oder der Be- 
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ņ-â Der bei Wiederholungen gewährte Nachlaß 
W» bei Konkursen und eingeklagten Beträgen ;m>. 
desgleichen, wenn der Betrag nicht innerhalb 30 
Tagen nach Ausstellung der Rechnung in bar eingeht. 
Donnerstag, den 28. Dezember 
werden. Der rechte Flügel der Mehrheitssozialisten ist 
bereit, für gewisse Industrien Ausnahmen »am tz-Stun- 
dentag zuzulassen, während der linke Flügel unbedingt 
an ibm festhalten will und autzerdcm für die sogen. 
Erfassung der Sachwerte eintritt. Ein bestimmtes Er 
gebnis aller dieser Verhandlungen wird erst in den 
allerletzten Tagen des Dezembers zu erwarten sein. 
die Giitererzeugung tatsächlich enorm zurückgegangen. 
Auf dem heutigen Gebiete des deutschen Reiches wur 
de nach statistischen Zahlen nur fast ein Drittel an 
llrprodukten Kohlen, Erzen, Getreide ufw. er 
zeugt, so betrug z. 93. die Kohlenförderung 
1913 einhundcrsechsundachtzig Millionen Tonnen, 1921 
nur noch einhundertsechsunddreihig. Und ähnlich ist 
der Rückgang auch aus fast allen anderen Gebieten. 
Es ist ein Rückgang um mindestens ein Drittel; und 
wenn man nun noch hinzufügt,, dag ein weiterer gro 
ßer Bruchteil in Form von Reparationen außer Lan 
des geht, so ergibt sich, daß für die privaten Einkom- 
men insgesamt nur noch ungefähr die Hälfte der Vor- 
kriegssummen zur Verfügung steht. Uin die Hülste 
also find die Einkommen durchschnittlich gesunken. 
Freilich ist diese Senkung nur durchschnittlich berech 
net. nicht jeden trifft die Verminderung in gleicher 
Weise. Die Arbeiterschaft dürste in einzelnen Indu 
strien das halbe Friedenseinkommen haben. Vielfach 
haben es die Unternehmer auch und mehr. Der Mit 
telstand dagegen hat vielfach kaum noch ein Drittel 
oder ein Fünftel. Im ganzen aber mutz die Rechnung 
stimmen,— diese Rechnung, daß die Einkommen eben- 
! so gesunken sind wie die Giitererzeugung, zuzüglich den 
Zahlungen auf Reparationskonto. 
Daß dem wirklich so ist, wird nur durch einen 
Umstand verschleiert: dadurch, datz wir noch immer 
Dir amerikanischen Pläne zur Einberufung einer 
Weltkonferenz nehmen greifbare Formen an. 
Dir deutschen Vorschläge für die Pariser Konferenz 
werden weiter beraten, 
Zn Paris hat am 21. Dezember ein wichtiger Miufiter- 
rai über die wirtschaftlichen Pfänder stattge 
funden. 
Amerika und die Frage einer 
Weltkonferenş. 
T.-ll. Haag, 27. Dez. (Ei». Drahtber.) Der An 
tra» des Senators Bora auf Einberufung einer Welt 
konferenz lautet wie folgt: Der Präsident wird dazu 
ermächtigt un-d wird gebeten, diejenigen Regierungen 
einzuladen, deren Mitarbeit er für notwendig und 
nützlich-bält. Sie haben Delegationen zu entsenden 
zu einer K on sere m. die den Auftrag haben wird, die 
jetzt in der Welk bestehende» Wirtschaitsvrobleme zu 
vküien. um zu einem Ueber«! «kommen »„ gelangen, 
bas mr die Wiederbelebung des Handels, eine gesunde 
Finanzverwaltun« und zur Rückkehr zn einem norma 
len Geschästsleben nokwenvi gift. Diese Konferenz 
könnte auch die Frage einer weiteren Abrüstung vrü- 
fen, um sowobl über die Bewaffnungen zu Lande wie 
auch zur See zu einem UeLereinkommen zu gelangen, 
besonders was den Bau von Kriegsschiffen, auch Tauch 
booten von über JO 000 Tonnen und darunter betrifft. 
Nach dem Newyork Herald soll Senator Bora bei sei 
nem Antrag auf Einberuiuna einer Weltkonferenz aus 
bis zur Trennung Belgiens i« zwei autonom« Teile, 
gehen wolle, von denen jeder feîņe eigene Sprach«, 
feine eigenen Schulen und fein Heer habe. Wenn dee 
Senat das von den Wallonen als ilnglücksgeietz de» 
zeichnete Gesetz nicht zurückweise, fei die Einheit Bel 
giens dahin. Ganz Wallonie» befind« sich im Ztfftand 
des Fiebers und der Erregung, vergleichb« mit m 
von 18:». 
'• » » . * 
Der Reichs ernährnn gsm in Mer 
und die GrnMzkUngägr. 
' Esten. 24. Dez. Der ReichsernährnnysmiņĢrr 
Dr. Luther empfing die Vertreter der Esten« Ze 
chen und bestätigte seine Erklärang. oatz deî Rn» 
spannllng aller Kräfte und selbstverständlich nw 
schließlich der vorgesehenen und zum erheblichen 
Teil bereits bewirkten Auslondseinfuhr die N»»t- 
Versorgung für den Winter gefrchŗrt sei. stretknng 
durch Kartoffeln komme» wenn überhaupt, me« in 
geringen. U.ufaug in Frage. Als ernsteste Aķ 
legenheit dieses Winters bezeichnete er die Milch- 
vr.'forgnng und wies unter Bezugnahme ans da» 
Essener System der Vereinbarungen zwischen Der- 
brauck>ern und Erzeugern ans die Notwendigkeit 
von Erleichterungen zugunsten unseres Nachwuchs 
ses. besonders in de» kinderreichen Familien hin. 
Der Minister bat. alles zu tun. daß di« Frage uns»- 
: rer Ernährung, besonders auch in der Zukunft, so 
ernst sei. datz sie aus jeder Parteipovtik «usqeiLst 
! Anì» rein sachlich Gehandelt Werden nrîşşrw 
aber einmütig zusammengearbeitet pnd dķ« Pr» 
vuktionssteigernng stets im Auge behatten, st» könn» 
man durchaus mit Hoffnung in die Zukunft blicke«. 
Ueue Dermicklnnyv« 
mit der keparationskomittiMpit. 
Neue absichtlich« Bersehlnngen Denşşmà 
| festgestellt. ,» 
sEig. Dravtbericht.f 
Amerika 11 ANlliarden. Dies« Summe könne nicht 
zurückbezahlt werden, wenn das. Nevarationsproblem 
ungelöst bleibe. Senator Bora erklärte wörtlich: Wir 
müssen in der Revorationsiragc intervenieren, «eil 
wir ein Interesse daran haben, das Geld W bekom- 
jitcn und weil wir uns die Nlärkke Enrovav erhalten 
müssen, um unsere landwirtschaftlichen Produkte abzu 
ätzen. Ich bin nie ein besonderer Anhänger von Kon 
ferenzen gewesen, aber es kommen Zeiten, in denen st« 
eine gute Gelegenheit für die Lösung einer so heiklen 
Angelegenheit sein können, wie fie in der augenblick- 
lichen Lage Europas besteht. 
Senator Bora bat gestern eine Erklärung obgĢ 
ben, in der es heibt: Europa, verlangt, dass man ihm 
Die deutschen Porschliige 
zu Hilie komm« und man mutz ihm zu Hilfe kommen. 
Wir stehen dem iolgeirden Problem gegenüber: Wenn 
wir keine Losung finden, so werden sich daraus «rotze 
T.-U. Paris. 27. Dez. (Erg. Drahtber.) Eine 
Hasasiiieldung aus Berlin besagt, das, Reichskanz 
ler Cuno am 31. 12. in Paris eine Denkschrift vor 
legen wird. nach der die industriellen, landwirt 
schaftlichen, finanziellen und Handelskreise Deutsch 
lands bereit waren, dieEarantrenfüreine 
AI, leihe zu übernehmen, falls die Repa 
rationsschulden Deutschlands aus eine bedeu 
tend niedr lgr rr Su pt me als die in 
den letzten Schlutzprotokol«en fest 
gelegte Sv mmk reduzie ti w 11b tn , 
angerdeni ein mehrjähriges Moratorium erhalte 
und dieses sowohl auf die Zahlungen in Gold, aus 
die Sachlieferungen» wie auch auf die für die 'Wie 
derherstellung der zerstörten Gebiete bestimmten 
Lieferungen. Die auswärtige Anleihe würde voll 
ständig Frankreich un d Belgien zugute 
kommen. 
* * 
♦ 
Die Besprechungen mit den Sachverständigen über 
dre Formulierung der Revarationsoorschläge sollen 
heute in vollem Matze miede« aufgenommen werden. 
nachdem sie während der Festtage »cm den Ministern 
j Dr. Hermes und Dr. Becker in begrenzter Weife fort- 
I gesetzt worden wären. Die bisberigen Besprechungen 
mit den Vertretern des Handels, der Industrie und der 
Landwirtschaft waren rein informatorischen Cbaeakters. 
Nachdem der Standpunkt der einzelnen Wirfichaftsiok- 
toren geklärt worden ist, wird ans dem Ergebnis der 
Vorbesprechungen weiter gebaut werden und hieraus 
I werden sich allmählich die konkreten deutschen Vorschläge 
kristallisieren: Die Industrie ist bereit, o» allen Pro- 
TU. Paris. 27. Dezember. 
Die Reparationskommfifion hielt gestern ein« Sitzung 
ab, über di« bisher ein« ofstzielle Erklärn», nicht «»- 
gegeben wurde. Wie de» Berichterstatter der 34««?» 
seinem Blatte meldet, find in dieser Beratung «it 
einer Mehrheit non drei gegen ein« Stimme **« 
sichtliche Verfehlung«, Deutscht««»» 
in der Frage der Lieserun« ,-nBan- 
holz ausgesprochen worden. Dem genann 
ten Blatte zufolge so« der englische Vertreter Brad 
b,»ry gegen diese Erllärung gestimmt haben. Brad 
bury soll heute noch Paris oerlaficn, um noch London 
z» fahren. " ' 
* * 
Eine Kotschntt dey Paplìes. 
WTB. Ronk. 24. Dezember. Der Papst Hot eine 
Encyclie« „de arcano bei" erlassen. Der weicnil'.ckie 
Inhalt ist folgender: Der Papst gibt zunächst die 
Gründe cm, weshalb die Encyclie» trotz feines Wun 
sches, zu den Gläubigen zu sprechen, erst setzt erschienen 
j ist: Sein Einleben in das übernommene Amt. ins- 
! besondere wichtige Aufgaben wie die Frage der heili 
gen Stätten, internationale Konferenzen, Gewaltiaien 
in Italien trügen die Schuld daran. Die Völker er 
freuten sich noch nicht des wahren Friedens..dies fei 
eine traurige Wahrheit. Es.sei notwendig: die Tar- 
sechc sowie die Tragweite des Uebels zu erkennen und 
j ihre Ursachen anfzndecken, Schritte zum Studinm^e? 
f Uebels zu unternehmen »nd cs zu bekämpfe,i. D^es 
fei die Aufgabe seines apostolischen Amtes. Die 
Encyclica zählt dann die Uebel der Gegenwart cmj. 
Noch. immer herrsche nicht Friede aus Erden. Es 
um au einer anderen Sache, als inpB şn «.oiqtwiwvu i 
teilmnehmen. . 
Der frarnöftschc Wlnilìerilii über ş 
die mrrşfchaftliche Ausbeulung 
deutscher Gebiete. ! 
T.-ll. Iniris. 26. Dez. Ueber den Inhalt der »m ļ 
Sonntag abgehaltenen Mnisterratssitzung erfährt der 
Petit Par fiten , datz in der Frage der Wfetzung des 
Rbeinlandes das französische Proarvmm genauer um- 
grenzt wurde. Aehnlich wie in der bekannten Mimster- 
ratssitznng unter dem Vorsitz Millerands wurden auch 
gestern in Anwesenheit des französischen Rheinland- 
kommissars Tirard für Einzelheiten der wirtschaftlichen 
Mlsbeutung des besetzten linken Rheingebietes, die 
nicht militärischer, sondern ökonomischer Art sein fall, 
Gesichtspunkte aufgestellt, die angeblich nach dem Mu 
ster des Völkerbundes in Oesterreich «mutte« werden 
sollen. Andere Blätter, wie *. «. die „Protz" glauben, 
als Ergebnis der Sonntagssitznng feststellen zu können, 
datz das französischen Programm nir die Pariser Kon 
ferenz am 2. Januar 1823 ans ««* militärischen Ak 
tionen verzichten «nd sich «ui Einrichtung neuer Zoll 
grenzen. sowie einer Zinilvernmltung des linken Rbcin- 
gebiets beschränken werden. Eine imlitärfichc Aktion 
käme nur in Frage, wenn sie Den ich land durch seine 
bn Ihm» notwendig machen würde. Aus der Grund- 
arbeiten. Sie hält aber alle Matznabmen nir zwecklos, 
wenn nicht gleichzeilig damit eine Intensivierung der 
Arbeitsleistung zur Bcrmebrung der Produktion ver- 
b,luden wird. 
Ebenso hält die Industrie daran fest, datz 
eine endgültig« Löfnng des Revarationsvroblems ein 
treten mutz. Am 28. d. M. werden die deutschen Vor 
schläge mit den Vertretern der Gewerkschaften besprochen 
die englische Regierung gegen eine Zotteinkrefiuu» de' 
INHABER: FR. KIEHN 
RENDSBURG 
- LÖWEN STR ASSE 18 - 
' 
. &ft ì MģO
	        
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