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des Alterthums lehrt uns wie weit die Venetianer es in jener Zeit in ihren Kenntnissen gkteun
es ist keinem Zweifel unterworfen, daß die Italiener schon von dem neunten Jahrhunderte an ein
zanz unwissend in der Astronomie waren. P. XAimenes bringt einen Calender vom Jahre
Beweise vor, den ein Toscanese verfaßt hat. Paul Toscanella von Florenz, der in dem Jeue 7
zeboren wurde, war in der Geographie und Schifffahrt schon so weit gekommen, daß er dar
huͤrge der guten Hoffnung kannte, wie er denn seinem Freunde Martinus, einem Chorlen
issaͤbon, eine neue Reise nach dem Specereyindien, noch vor dem Jahre 1474 vorschlug.
Gleich im Anfange des Stanislai Wydra Historia Matheseos in Bohemia.et
eultae, Prag 1778 steht: “ Johannes Bocatius de Cestaldo, natus Florentiae, Philos
Mirouomut, célebris utriusque artis inter primus a Carolo (Kayser Carl IV. Koͤnig von ohrnm
citus Professor doctissimus, denatus 1365, ) aetatis 62.“ Wer hier unerwartet den eer
des Decamerone, als wenigstens berufenen Professor der Astronomie kennen lernt, muß sich erinune
daß die Wiederhersteller der schoͤnen Wissenschaften auch ernste trieben, und man im Dante und n
Philosophie antrift. Auch lassen sich (sagt Abraham Gotthelf Kaestner) der Leute ihre Se
soch nach Jahrhunderten lesen, der jetzigen schoͤnen Geister ihre nicht mehr nach Jahrzeheben.
Der Profeffor der Astronomie brauchte damals ohne Zweifel nur das Bekannteste der subarite
Astronomie und etwas von den Vorstellungen der Theorik, die man sich machte zu erzaͤhlen. n
aung des Ptolomaeus,/ das konnte Boccazen der so belesen war nicht schwer fallen.
Die erste und wahre Erweiterung der Astronomie war indeß den Deutschen vorbehalten.
hnen verdient der Zeit nach Georg Purbach die erste Stelle. Er war den 13. May
Purbach zwischen der oͤsterreichischen und bayerschen Graͤnze geboren, studirte zu Wien und a
—E Akademien, und wurde endlich Professor der Astr u
Wien; starb aber noch nicht 40 Jahr alt im Jahre 1461, da er eben im Begriff war na
— Er verfertigte Instrumente, trigonomet
astronomische Tafeln, wie auch den Anfang eines Lehrbegriffs nach des Ptolomaͤus seinen.
Johann Wuͤller, auch Johann Germanus und Idhann Francus genannt, bekanr
dem Ramen Johann Regiomontanus, war zu Koͤnigsberg, einem kleinen Staͤdtchen in FfFrx
Jahre 1436 geboren. Er kam ungefaͤhr in seinem zwoͤlften Jahre nach Leipzig, lernte da un
sphaͤrische Astronomie kennen, und weil er einsah wie noͤthig dabey Arithmetik und Geomer
rebte er sich eifrig darin Kenntnisse zu erlangen. Da— Regiomontanus sich in Leipzig hinse
astronomischen Theorik nicht befriedigt fand, ging er sie von Purbach zu erlernen um 1451 nas in
ward von Purbach wohl aufgenommen, und nach einer kurzen Uebersicht der Theorie der Planten et.
Ptolomaeus gewiesen, wo er genug Gelegenheit zu Rechnungen und Aufloͤsungen geometri hen at—
zaben fand. Seine uͤbrige Zeit wandte er auf mathematische Schriftsteller, die man lateinnch hacte,
As den Archimed von einem Jacobo Cremonense. Purbach zeigte ihm, es sey noch viel in e Ruro:
nomie genauer zu untersuchen, Stellung der Cardinalpuncte der Ekliptik. der Fixsterne, besonde elihee,
mit denen Planeten sich vergleichen lassen. Auch wurden astronomische Werkzeuge untersucht wennt
die Alten gebraucht, und was fuͤr neue etwa dienen koͤnnten. Sie bemerkten einmal, Mars mit den
Fixsternen verglichen, zween Grade weit von der Stellung die die Tafeln angaben. Von
neinschaftlichen Beobachtungen sind indessen nur drey Mondfinsternisse aufgezeichnet. Der in cy
schichte der Wissenschaften fo beruͤhmte Cardinal Bessarion hielt sich damais in Wien auf, ermunterte
Purbach zu einer latinischen Uebersetzung des Ptolomaeus, die aber nicht zu Stande kam, imgleichen
zu einem astronomischen Lehrbegriffe nach dem Ptolomaeus, den Purbach auch unternahm- aber vor
Zessen Beendigung starb. Kegiomontanus erhielt nach Purbachs Tode dessen Stelle. Er nahm sie mit
der Bedingung an, daß er den Cardinal Bessarion nach Rom begleiten duͤrfe. Er kam im Jahre 1461
daselbst an, und da er schon etwas Griechisch aus dem Umgange des Cardinals erlernt hatte, so
suchte er sich weiter darin zu vervollkommen, stellte aber auch astronomische Observationen an,
aind fand das eine Mondfinsterniß des 1467sten Jahres, am 27sten December sich eine Stunde spaͤter
—E Zu
Padua ward er 1463 ersucht, einige Vorlesungen nach· Purbachs Beyspiele zu halten. Er erklaͤrte
ʒen Alfragan. Im Jahre 1464 begab er sich nach Venedig, vollendete da seine Buͤcher de
triangulor. doetrina, und widerlegte des Cardinals Cusa Quadratur. Dieser Cardinal Nicolaus de
LCusa oder Cusanus war ein Deutscher von Geburt, und zu Cusa im Trierschen im Jahre 1401 ge—
boren. Er ward als ein Mann von ausgezeichneten Talenten und grosser Gelehrsamkeit allgemein ge⸗
achtet, und mehrere Male als paͤbstlicher Nuntius nach Deutschland gesandt. Vorzuͤglich bewunderte
*) Das Todes jahr Boccazens ist unrichtig, er starb 1375.
») Haͤtte KRaestner im Jahre 1831 geschrieben, er wuͤrde leider diesen schon sehr kurzen Zeitraum gewis bis
auf Null reducirt haben.