Object : Newspaper volume (1927, Bd. 2)

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7.  Mai

Aus  der  SLadk.

Der  Tag  der  ^Zatschen  WEer.
Es  ist  in  den  letzten  Jahren  eine  liebe,  von
dankbarem  Erkennen  diktierte  Gewohnheit  in
deutschen  Landen  geworden,  der  Frauen  und
Mütter  zu  gedenken,  die  abseits  des  Tummelplatzes ­
  unserer  Zeit  im  engen  Kreise  ihrer  Häuslichkeit ­
  nimmer  müde  schaffen  und  walten.
Auch  in  diesem  Jahre  rüstet  man  sich,  den
Müttern  diesen  besondern  Tag  zu  bereiten.  Einige
Stunden  will  man  ihr  schenken,  die  sie  hinaus
heben  aus  der  Unzahl  ihrer  kleinen,  und  ach  gewiß ­
  so  wichtigen  Pflichten.  Vielleicht  will  man
sie  wissen  lassen,  daß  der  Sinn  ihrer  Arbeit  sich
nicht  erschöpfen  kann  in  all  den  Dingen  ihres  immer ­
  wachen  Berufes.  Heute  soll  sie  Mittelpunkt,
soll  sie  verehrungswürdlger  Gegenstand  dankbarer
Liebe  sein.  Und  alle  diejenigen  Söhne  und  Töchter, ­
  die  das  Leben  von  der  Mutter  trennte,  und  die
sich  trotz  allem  Sturm  der  Jahre  einen  Sinn  bewahrt ­
  haben  für  jene  tiefste  ewige  Regung  des
Menjchenherzsns:  die  Liebe  zur  Mutter,  werden
die  schöne  Gepflogenheit  des  Muttertages  grüßen,
froh,  der  Frau,  die  mit  allem  Sein  um  fie  warb
von  ersten  tappenden  Schritten  an,  heute  und  immer ­
  —  sie  wissen  lassen  zu  können,  daß  der  Tag
ihr  und  nur  ihr  gilt.
Es  ist  gar  leicht,  sie  zu  beglücken,  ein  paar
Blumen,  ein  kleines  Angebinde,  einige  herzliche
Zeilen;  jeder  Mutter  wird  sich  das  Herz  öffnen.
Und  wieviel  Reichtum  spendet  solch  kleines  Gedenken, ­
  wieviel  Kraft  gibt  es  und  wie  innig  und
fest  werden  die  Bande  über  Zeit  und  Raunt  geknüpft. ­
  Solltetl  wir  um  deswillen  nicht  alles  tun,
Elanz  und  Mut  zu  schenken,  wo  es  so  leicht  ist  und
der  Früchte  unendlich  viele  sind.  Es  wird  der
Muttertag  dann  in  Wahrheit  ein  Freudentag,  ein
Bern  unerschöpflicher  Quellen  der  vielgeprüften
deutschen  Mutter.

*  Muttertag  in  Rendsburg.  Wegen  des  späken
  Frühjahrs  wird  der  Müttertag  nicht  am  8.,
sondern  am  13.  Mai  gefeiert.  In  beiden  Kirchengemeinden ­
  wird  im  Gottesdienst  auf  die  Bedeutung ­
  des  Tages  Rücksicht  genommen.
,  *  Impfungen.  Wir  weifen  auf  die  int  heutigen ­
  Anzeigenteil  erscheinende-  Bekanntmachung
der  PolizeiverwaltAng  betr.  Impfungen  hin.
*  Verlegung  des  Afchbergfestes!  Das  diesjährige ­
  Aschbergfest  ist  nunmehr,  wie  bereits  mitgeteilt, ­
  auf  beit  3.  und  4.  September  d,  Js.  verschoben ­
  worden.  Falls  die  Spielleitung  bezüglich
'er  schon  abgegebenen  turnerischen  Meldungen
keine  Absage  erhält,  übernimmt  sie  die  empfangenen ­
  Meldungen  als  für  den  3.  und  4.  September
Netan.  Neue  Meldungen  zu  den  Meisterschaftsspielen ­
  und  Meisterschaftsstaffelläusen  (1  a—i  der
Ausschreibung  für  Sonnabend  und  1  a—g  der
Ausschreibung  für  Sonntag)  müssen  bis  zum  30.
Mai  abgegeben  werden.  Schlußtag  für  alle  Sie-Armeldungen
  dor  Bezirke  und  für  alle  anderen
Meldungen  am  8.  August.  Die  Meldungen  erfolgen ­
  an  die  Vertrauensleute.  Diese  melden  unmittelbar ­
  an  Rektor  Münkel-Büdelsdorf.
*  Der  Kreistag  des  Kreises  Rendsburg  ist  zu
einer  Sitzung  nach  dem  Kreishaus  in  Rendsburg
Freitag,  den  20.  Mai,  einberufen.  Die  Tagesordnung ­
  umfaßt  24  Punkte  und  zwar  Prüfung ­
  der  Legitimation  der  in  den  Kreistag  neu
eintretenden  Landmann  Claus  Sieh-Lütjenwe-Uebt
  und  Kaufmann  Johannes  Plambeck  in  Nortorf.
  Festsetzung  des  Kreishaushaltsplanes  für
9927.  Der  Voranschlag  weist  in  Einnahme  und
Ausgabe  1636  000  RM.  auf.  Festsetzung  des
Haushaltsplanes  für  1927  für  den  Betrieb  der
Kreisbahn  des  Kreises  Rendsburg.  Eingemeindung ­
  eines  Teiles  der  Gemeinde  Westerrönfeld  in
den  Stadtbezirk  Rendsburg.  Ankauf  des  landtätlichen
  Dienstgebäudes  in  Rendsburg.  Uebernahme ­
  einer  Bürgschaft  von  150  000  RM.  für  den
Neubau  einer  Siloanlage  am  Kreishafen.  Neuschaffung ­
  der  Stelle  eines  Kreiswiesenbaumeisters.
Beihilfe  für  die  Beschaffung  einer  Kleinmotorspritze ­
  für  die  Gemeinde  Jevenstedt.  Bewilligung
von  Mitteln  für  Bahnprojekte.  Uebernahme  einer
selbstschuldnerischen  Bürgschaft  für  die  Bodenverbesserungsgenossenschaft
  des  großen  und  kleinen
Moores  bei  Beringftedt.  Uebernahme  der  selbstschuldnerischen ­
  Bürgschaft  für  ein  Darlehen  von
90  000  RM.  für  die  Wasfergenojsenschaft  Brocksvarger
  Koog  in  Elsdorf.  Uebernahme  der  jelbstchuldnerischen
  Bürgschaft  für  Meliorationskredite
seitens  des  Kreises.  Schvnkerlaubnissteuerordnung.
Ordnung  für  die  Erhebung  einer  Wertzuwachslteuer
  im  Kreise  Rendsburg.  Jagdpachtsteusr-Adnung.
  Erhebung  des  Weges  von  der  Mielkenvorfer
  Scheide  nach  Deutsch-Nienhof  in  die  Klasse
der  Nebenwege  2.  Klasse.  Neuwahl  der  Ausschüsse ­
  zur  Auswahl  der  Schöffen  und  Geschwornen ­
  für  1927  'für  die  Amtsgerichtsbezirke  Rendsdurg,
  Nortorf,  Hohenwestedi  und  Schenefeld.
Neuwahl  von  Schiedsmännern  und  Stelloertre-Jvn.
  Wahl  eines  Amtsvorstehers  für  den  Amtsd^zirk
  Oersdorf  anstelle  des  verstorbenen  Amts-^rstehers
  Thieffen  in  Vendors.  Wahl  eines
Masserschaumannes  für  die  Amtsbezirke  Er.-Nordl
 e . e >  Kluvensiek,  Kronsburg  und  Osterrade  und
den  Wasserschaubezirk  Wacken,  Wahl  eines
.."tgliedes  der  Kleinbahnkommission.  Eingrup-,'erung
  eines  Angestellten  in  eine  höhere  Befol-^ngsgruppe.

Von  einem  Motorradfahrer  umgefahren

îburdl

e  am  Donnerstagvormitiag  Ecke  Jnngfern-RendsLurg,

  den  6.  Mai  1927.
stieg  und  am  Gymnasium  ein  Landmann  aus  Alt-Duvenstedt,
  als  er  anderen  Passanten  ausweichen
wollte.  Er  stürzte,  wurde  zunächst  in  einen  nahen
Laden  gebracht  und  von  dort  mit  dem  Sanitätsauto ­
  nach  Haufe  befördert.  Anscheinend  hat  er
Verletzungen  am  Bein  erlitten.
*  Schleswig-Holsteinische  Landes-Jndusirie-Lotterie.
  Bei  der  Ziehung  zur  2.  Klasse  fielen
7  Gewinne  nach  Rendsburg.
-st  Eine  Retchsschulstatisttk  1927.  Eine  Statistik ­
  über  das  gesamte  öffentliche  und  private
Schulwesen  in  Deutschland  ist  für  1927  seitens  des
Statistischen  Reichsamts  kürzlich  eingeleitet  worden.
  Die  letzte  schulstatistische  Erhebung  fand  im
Jahre  1922  statt;  ihr  gegenüber  bringt  die  Erhebung ­
  für  1927  eine  Erweiterung.  Es  werden
außer  den  Zahlen  über  die  Schulen,  die  Schüler,
die  Lehrkräfte  usw.  in  einem  -besonderen  Fragebogen ­
  auch  Angaben  über  die  Kosten  und  den  Unterhalt ­
  der  Anstalten  eingefordert.  Neu  ist  ferner
die  Frage  nach  dem  Alter  der  Schüler,  die  in  drei
Altersklassen  (unter  10  Jahren,  zwischen  10  und
14  Jahren  utid  darüber)  gruppiert  werden.  Besondere ­
  Beachtung  schenkt  die  Erhebung  den  Woh-lfahrtseinrichtungen
  für  die  Jugend,  der  Jugendpflege ­
  und  den  Leibesübungen.  Die  neue  Erhebung ­
  ist  besonders  in  Rücksicht  auf  die  feit  der
letzten  Schnlstatistik  bedeutend  ausgebaute  Jugendgesetzgebung,
  Berufsschulgesetzgebung,  Berufsberatung ­
  und  Berufsausbildung  als  wertvoll  zu  bezeichnen. ­
  Die  ersten  Ergebnisse  werden  voraussichtlich ­
  im  Oktober  ds.  Js.  vorliegen.
*  Schöffengericht  vom  5.  Mar.  Ein  Mechaniker
hatte  Zigarren  und  Zigaretten  zum  Verkauf  erhalten ­
  und  das  Geld  unterschlagen.  Gegen  einen  deswegen ­
  erhaltenen  Strafbefehl  über  30  RM.  hatte
er  gerichtliche  Entscheidung  beantragt.  Er  zog
aber  seinen  Einspruch  vor  Eintritt  in  die  Verhandlung ­
  zurück.  —  Ein  Schlossermeister  aus  Bordesholm
  sollte  eilt  Kraftfahrzeug  benutzt  haben,  bevor ­
  es  zugelassen  war.  Da  er  aber  derzeit  nicht
mehr  Besitzer  des  Wagens  war,  mußte  er  freigesprochen ­
  werden.  —  Ein  Arbeiter  aus  Büdelsdorf
  sollte  den  Schwarzen  Steig  mit  einetn  Fahrrad ­
  befahren  haben  und  hatte  deswegen  einen
Strafbefehl  über  5  RM  erhalten.  Auf  seinen
Einspruch  erzielte  er  einen  Freispruch.  —  Ein  auswärtiger ­
  KraftwagenfLhrer,  der  außerhalb  seines
Wohnsitzes  sich  zu.  Fahrten  mit  feinem  Kraftwagen
angeboten  hatte,  wurde  deswegen  zu  20  RM.
Geldstrafe  verurteilt.  —  Ein  Maschinenbauer,  der
auf  einen  Werkmeister  mit  einer  Dorfeile  eingedrungen ­
  war  und  ihn  verletzt  hatte,  wurde  zu
30  RM.  Geldstrafe  verurteilt.
*  Bb.  Ein  Pädagogischer  GrmndschuUehrgang
findet  hier  am  11.  und  12.  Mai  in  der  Aula  des
Seminars  statt.  Es  sind  Vorträge  vorgesehen
von  Schulrat  Eckhardt:  „Vom  Sinn  der  Grundschule", ­
  „Eigenart  der  Grundschnlarbeit"  und  „Unser ­
  Kind  tu  der  Grundschule",  von  Lehrer  Kloes:
„Aus  der  Grundschnlarbeit  meiner  Landschule",
von  Rektor  Schmidt:  „Aus  der  Praxis  der  Erundschularbeit",
  von  Oberstudiendirektor  Dr.  Schönebeck: ­
  „Die  Grundschule  in  ihrem  Verhältnis  zu  den
weiterführenden  Schulen".  Gleiche  Lehrgänge
finden  statt  in  Wandsbek  am  9.  und  10.  Mai,  in
Husum  am  13.  und  14.  Mai  und  in  Neumünster
am  16.  und  17.  Mai.
*  Bestandene  Prüfung.  Der  Bäcker  und  Konditor ­
  H.  Treede,  Fockbeker  Chaussee,  bestand  vor  der
Prüfungskommission  in  Flensburg  die  Prüfung
als  Bäckermeister  mit  dem  Prädikat  gut.
*  Schleswig-Holsteinische  UnroersitatsgeseLfdfîtfi.
  Auf  den  Vortrag  von  Prof.  Dr.  Rührig
über  die  Ursachen  und  Attswirkungen  des  deutschen
Partikularismus,  der  heute  abend  814  Uhr  in  der
Aula  des  Lyzeums  stattfindet,  sei  nochmals  hingewiesen. ­

*  Personalien.  Postassistent  Peter  Johannsen
wurde  mit  dem  1.  Mai  d.  Js.  von  hier  an  das
Postamt  in  Vllsllm  versetzt.  Als  Anwärter  für
den  mittleren  Veamtendienst  beim  Finanzantt  in
Rendsburg  wurden  einberufen  Heinrich  Lambrecht-Rendsburg
  und  Johs.  Frahm-Stafstedt.
*  Urlimbsfragen!  Die  Urlaubszeit  naht!  Es
gilt  nicht  nur  auszuspannen,  sondern  man  soll  sich
auch  erholen,  körperlich  kräftigen  und  geistig  weiterbilden. ­
  Um  in  dieser  Richtung  einem  fühlbaren
Mangel  abzuhelfen,  führt  der  Deutschnationale
Handlungsgehilfenverband  alljährlich  sein  „Studien- ­
  und  Ferienfahrten"  für  seine  Mitglieder
und  Freunde  durch.  Das  Reifeheft  1927  weift  wieder ­
  ein  reichhaltiges  Programm  auf.  Die  Reisen
führen  an  den  stolzen,'deutschen  Rhein,  durch  die
einsamen  Forsten  des  Schwarzwaldes,  zu  den  erhabenen ­
  Naturschönheiten  der  Schweizer  Bergwelt;
sie  bringen  die  Teilnehmer  durch  die  burgenreiche
Wachau  zum  jugendreichen  Wien,  durch  das  schöne
Land  Tirol  nach  Italien  mit  seinem  ewig-blauen
Himmel,  durch  Belgien  nach  Paris  und  Straßburg.
Weiter  sittd  Reisen  in  die  stammverwandten  Niederlande ­
  und  nach  dem  Welthandelsplatz  London
vorgesehen.  Nicht  unerwähnt  seien  auch  die  reizvollen ­
  Seereisen  nach  dem  Nordkap.  Dabei  sind
die  Kostenbeiträge  mit  Rücksicht  auf  die  beschränkten ­
  Mittel  weiter  Mittelstandskreise  sehr  niedrig
gehalten,  ohne  dabei  die  Güte  der  Leistungen  zu
beeinträchtigen.  Das  Reisehest  mit  den  genauen
Angaben  ist  gegen  Einsendung  von  30  Pfg.  von
der  Abteilung  „Studien-  und  Ferienfahrten  des
D.  H.  B.",  Hamburg  36,  Holstenwall  3—5,  abzufordern. ­


Schleswig-Holstein.

Tödlicher  MrgLücksfM.
yu.  Mölln,  5.  Mai.  Auf  gräßliche  Weise  ums
Leben  gekommen  ist  gestern  der  Hofbesitzer  Hardekopf ­
  in  Schiphorst  auf  der  Landstraße  Mälln-Kastorf.
  Er  hatte  hier  auf  einem  Kastenwagen  die
Kommode  seiner  im  Hotel  „Stadt  Hamburg"  als
Kochlehrling  in  Stellung  befindlichen  Tochter  abgeholt. ­
  In  der  Nähe  von  Kastors  lockerte  sich  das
Wagenschloß.  Hardekopf  stürzte  auf  die  Erde.  Die
Kommode  verlor  ihren  Halt  und  fiel  auch  vom  Wagen ­
  und  zwar  so  unglücklich,  daß  sie  direkt  auf
Hardekopf  schlug  und  Brust  und  Leib  buchstäblich
zerguetschte.  Das  Gespann  kam  führerlos  in  Schiphorst ­
  an.  Bei  der  sofort  aufgenommenen  Suche
fattd  man  den  40-jährigen  kräftigen  Landmann  im
Straßengraben  tot  unter  der  schweren  Kommode
liegen.
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Neustadt  i.  H..  5.  Mai.  In  der  Sitzung  der
städtischen  Kollegien  wurde  der  Haushaltungsplan ­
  für  1927  durchberaten  und  in  den  ordentlichen ­
  Einnahmen  und  Ausgaben  auf  499  000  RM.,
in  den  außerordentlichen  Einnahmen  und  Ausgaben ­
  auf  30  000  RM.  festgesetzt.  Es  wurde  beschlossen, ­
  folgende  Steuerzuschläge  zu  erheben:  160
v.  H.  zur  staatlichen  Erundvermögenssteuer,  430
v.  H.  zu  den  Grnndbeträgen  der  Eewerbeertragssteuer,
  430  v.  H.  zu  den  Erundbeträgen  der  'Gewerbekapitalsteuer,
  20  v.  H.  Zweigstellensteuer  und
Schankgewerbesteuer.  Die  Hundesteuer  wurde  gemäß ­
  Magistratsbeschluß  wie  folgt  festgesetzt:
30  RM.  für  Hunde  mit  einer  Schulterhöhe  von
30  Zentimetern  an;  für  die  kleineren  Hunde
25  RM.  Beschlossen  wurde  ferner,  folgende  Anleihen ­
  aufzunehmen:  Für  den  Ausbau  des  „Rosengartens" ­
  88  000  RM.,  für  den  Ausbau  der
Straße  „Bor  dem  Krempertor"  12  000  RM.
kt.  Mückstadt,  3.  Mai.  Die  städtischen  Kollegien ­
  waren  zu  einr  fast  fünfstündigen  Dauersitzung
  zusammengetreten.  Der  Vorsitzende  teilte
u.  a.  mit,  daß  die  Arbeiten  an  der  Erweiterung
der  Parkanlagen  nahezu  vollendet  sind.  Am  8.
d.  Mts.  soll  mit  einer  Eröffnungsfeier,  bei  der  die
Gesangvereine  mitwirken,  der  neue  Teil  dem  Verkehr ­
  übergeben  werden.  Als  Vertreter  für  den
Schleswig-Holsteinischen  Städtetug  im  Juni  in
Kellinghusen  wurden  der  Bürgermeister  Schinkel,
Stadtrat  Augustin  und  die.  Städoerordneten  Rademacher, ­
  Dethloff,  Wolter  und  Ewert  gewählt,
rvührettd  die  Stadt  auf  dem  Rsichsstädtetag  am  29.
und  30.  Juni  in  Eörlttz  durch  den  Bürgermeister
vertreten  sein  wird.  —T-em  Postschaffner  a.  D-Dölling
  soll  auf  Antrag  das  frühere  Bahlmannsche
  ländl.  Wohnhaus  an  der  Chaussee  zum  Abbruch ­
  überlassen  werden  unter  der  Borausfetzung,
daß  derselbe  dort  wieder  einen  Neubau  aufführt.
Der  städtische  Haushaltungsplan  für  1927  wurde
durchberaten  und  im  Ordinarium  mit  689  300  Rm.
und  im  Extra-Ordinarium  mit  326  900  RM  in
Einnahme  und  Ausgabe  festgesetzt.  In  letzterem
sind  u.  a.  enthalten  die  Kosten  für  Straßenpflasterungen
  mit  100  000  RM,  für  den  Neubau  eines
Zklaffigen  Schulhausss  mit  150  000  RM,  für  eine
Turnhalle  mit  50  000  RM  und  für  den  Umbau  des
Aussichtsturmes  mit  15  000  RM.  Die  Mittel  will
man  durch  Anleihe  beschaffen.  —  Mit  Rücksicht
darauf,  daß  die  Stadt  mit  der  Hergäbe  von  Baugelände ­
  am  Ende  ist  und  eine  Erweiterung  des
Stadtbildes  eine  zwingende  Notwendigkeit  darstellt, ­
  find  Ein-  und  Umgemeindungsbestrsbungen
mit  den  Gemeinden  Blomesche  und  Engelbrechtsche
Wildnis  eingeleitet  worden.  Die  Vorverhandlllitgen
  mit  ersterer  Gemeinde  find  völlig  resultatlos ­
  verlaufen.  Nunmehr  sollen  auf  Beschluß  der
Kollegien  die  erforderlichen  gesetzlichen  Schritte
unternommeti  werden,  um  den  Teil  der  Blomeschen
  Wildnis  einzugemeinden,  der  westlich  der
Reinfelder  Chaussee  ztpischen  Kremper  Hain  und
Eisenbahn  belegen  ist.  Es  wurde  hierbei  festgestellt, ­
  daß  das  gesamte  Stadtgebiet  nur  etwa  670
Hektar  umfaßt,  wovon  rund  die  Hälfte  nichtibebauungsfähiges
  Außendeichsland  ist.  Im  weiteren ­
  soll  die  Unigemeindung  der  m  der  Engelbrechtschen
  Wildnis  belogenen  Gemarkung  Bracke
betrieben  werden.
Bad  Oldesloe,  3.  Mai.  Die  Stadt.  Kollegien
beschlossen  die  Pflasterung  der  Hamburger  Chaussee ­
  in  einer  Länge  von  923  Metern  und  der  Lübecker ­
  Chaussee  in  einer  Länge  von  428  Metern.
Die  Kosten  stellen  sich  aus  100  000  M.  Bei  der
Sparkasse  soll  ein  Darlehen  in  gleicher  Höhe  aufgenommen ­
  und  mit  höchstens  8?»  jährlich  verzinst
und  mit  2%  der  ersparten  Zinsen  jährlich  a-bgütragen
  werden.  Weiter  solleit  die  Bürgersteige
auLgebesiert  und  alle  Unebenheiken  beseitigt
werden.
Lentföhrden,  5.  Akai.  Ein  Anglücksfall  ereignete ­
  sich  bei  unserem  Ort.  Der  Inspektor  Kröger
von  Springhirsch  sauste  mit  seinem  Motorrad  gegen ­
  einen  Baum  und  blieb  besinnungslos  liegen,
während  die  Maschine  vollständig  zertrümmert
wurde.  Ein  des  Weges  kommender  Arzt  leistete
dem  Verletzten  die  erste  Hilfe  und  brachte  ihn  in
das  Kaltenkirchener  Krankenhaus.
Wakendorf,  5.  Mai.  Der  Backofen  als  Fuchsbau. ­
  Einetn  Landmann  in  Seefeld  verschwanden
in  letzter  Zeit  wiederholt  Hühner,  ohne  das  man
deÄ  Täters  habhaft  werden  konnte.  Schließlich
entdeckte  man,  daß  ein  Fuchs  der  Di-eb  gewesen
war  und  spielende  Kinder  fanden  nun  in  dem  auf
dem  Hofe  befindlichen  alten  unbenutzten  Backofen
sieben  junge  Füchse.  Die  Füchsin  war  zunächst  nicht
zu  Hauße,  schließlich  gelang  es  aber  doch,  auch  sie

lebend  zu  fangen,  als  sie,  von  Mut-tsrltebe  getrieben, ­
  zu  ihren  Jungen  zurückkehrte.
C.  Wiljter,  3.  Mai.  Der  Verein  zur  Pflege
der  Natur-  und  Landeskunde  in  Schleswig-Holstein, ­
  Hamburg,  Lübeck  und  Fürstentum  Lübeck
hält  feine  diesjährige  Hauptversammlung  am  10.
und  11.  Juni  hier  ab.  Für  den  Sonnabend  sind
Ausflüge  vorgesehen  und  abends  ist  Bsgrüßungsabend,
  auf  dem  Theodor  Möller-Kiel  einen  Lichtbildervortrag
  über  Lauenburg  halten  wird.  Der
Sonntag  wird  eingeleitet  durch  einen  platkdeutsihen
  Eottesdienst,  dem  die  eigentliche  Hauptoer-Mmmlung
  folgt,  auf  deren  Tagesordnung  Borträge ­
  von  Pastor  Dr.  Jensen-St.  Margarethen
über  Wilster  und  die  Wilstermarsch  und  von  Lehrer ­
  E.  Kolumbe-Kiel  über  die  Geschichte  unserer
Moore  stehen.  Ant  Freitag,  10.  Juni,  findet  eine
Tagung  der  Arbeitsgemeinschaft  für  Floristik
ebenfalls  hier  statt.  '
fg.  Nordhastedt»  5.  Mai.  Der  Turn-  und
Sportverein  hielt  seine  diesjährige  Generalversammlung ­
  ab.  Nach  der  Aufnahme  neuer  Mitglieder ­
  wurde  der  Kassenbericht  abgelegt.  Die
Jahresrechnung  schließt  mit  einem  guten  lleberschuß
  ab.  Die  Mitgliederzahl  stieg  im  letzten
Jahre  auf  60  gegen  65  im  Vorjahre.  Die  Neuwahl ­
  des  1,  Vorsitzenden  wurde  vorläufig  zurückgestellt. ­
  Zum  Kassierer  wurde  H.  Speck  und  zum
Turnwart  K.  Maschmann  gewählt.  Geturnt  wird
im  Sommer  an  4  Abenden  in  der  Woche.  Besonderes ­
  Interesse  wird  der  Verein  dem  Fußball-,
Faustballspiel  und  der  Leichtathletik  widmen.  Am
22.  d.  M.  wird  ein  Herrenpokalwettspiel  und  am
1.  Pfingfttage  ein  Schülerpokalwettspiel  stattfinden. ­

bz.  Husum,  5.  Akai.  Mit  Hilfe  von  Hauszinssteuergeldern ­
  der  Gemeinden  und  aus  Mitteln  des
staatlichen  Wohnungsfürsorgefonds  wurden  im
verflossenen  Jahre  im  Kreise  Husum  (ausschließlich
der  Stadt  Husum),  39  Wohnungen  errichtet  gegenüber ­
  31  im  Vorjahre.  Ferner  wurden  für  Instandsetzung ­
  von  6  Altwohnungen  Hauszinssteuer-Hypotheken
  vergeben  und  aus  Kreismitteln  sind
für  7  neuerbaute  Landarbeiterwohnungen  Darlehn
als  zweite  Hypothek  bewilligt  worden.  —  Große
und  reichliche  Schollenfängs  laufen  zur  Zeit  in  den
hiesigen  Hafen  ein.  Oft  ist  es  den  Fischern  kaum
möglich,  den  nötigen  Absatz  für  ihre  Schollen  zufinden, ­
  so  daß  schon  von  den  Fängen  an  die  Fischmehlfabrik
  in  Mildstedt  verkauft  worden  ist.  Heute
morgen  lief  wieder  ein  Büsumer  Fischer  mit  1009
Schollen  ein.
up.  Niebüll-DeeMll,  5.  Mai.  Rege  Bautätîgîâ
Die  erwartete  rege  Bautätigkeit  tu  unserm  Ort  scheint
mtirmehr  zu  beginueu.  Malermeister  Haus  von  Eiten
und  Oberpostfchaffuer  Lützen  lwHen  durch  die  Firma
Petersen  und  Heinisen  neben  der  Aufbaufchule  ein
Doppel-wohnhaus  aufführen.  Der  Danfirma  SchmiScr
wurde  von  dem  Landmann  Hans  Karstenfen  der  Vau
eines  Wohtchaufes  am  Kirchensteig  und  von  dem  Poftjchaffner
  Nisten  der  Vau  eines  Wohnhaufes  an  der  Ea.
therchanffee  übertragen.  Ein  Neubau  der  Firma
Buhmann,  Kolaniatwarenhandlung,  wurde  den  Bauunternehmern ­
  Carl  und  Otto  Ehristi-anjeu  in  Niebüll
übertragen.  Eine  weitere  Anzahl  Nàmten  stehen
für  dieses  Jahr  noch  in  Aussicht,  so  bag  man  wirklich
die  Bautätitzkoit  in  unserem  Ort  als  rege  bezeichnen ­
  kann  —  Wegen  Verletzung  der  Sonntagsruhe
angezeigt.  Volt  bei  Land-jägerei  wurhe  am  verflosfenen
  Sonntag  mehrere  Landlent-e,  die  bei  der  Frühjahrsbestellung ­
  arbeiteten,  zur  Anzeige  gebracht.  Diese
Leute  sehen  jetzt  wohl  einer  polizeilichen.  Bestrafung
entgegen.  Sonntagsf«ldarbei  ten  sollten  nur  in  wirklich ­
  dringenden  Notfällen  in  der  Erntezeit  ausgeführt
werden.
Bordesyolm,  5.  Mai.  Besserer  Bahnanschluß.
Die  Gemeindeverwaltung  und  der  B-ürgervsrein
haben  auf  Grund  einer  Eingabe  an  die  ReichsbahnverwaUung
  erreicht,  daß  der  9,52  Uhr  abends
von  Kiel  abfahrende  Eilzng  in  Bordesholm  hält.
Damit  ist  einem  dringenden  Bedürfnis  der  Bordesholmer
  Einwohnerschaft  entsprochen  worden.
x.  Nenniünster,  5.  Mai.  Die  kirchlichen  Landestagnngen
  erreichten  heute  ihren  Abschluß  durch  die
Versammlungen  des  Schleswig-Holsteinischen  Pastorenvereins, ­
  der  Landeskirchlichen  Vereinigung
und  der  Pastoralkonferenz.  Alle  Tagungen  waren
vertraulicher  Art,  —  Die  Gruppe  Schleswig-Holstein ­
  des  Reichsverbandes  des  Landwirtschaftlichen
Pkaschinenhandels  hielt  heute  in  „Horns  Hotel"
eine  sehr  zahlreich  besuchte  Mitgliederversammlung
ab,  in  der  ausschließlich  Standes-  und  Berufsfragen
  erörtert  wurden.  ---  Zn  völlig  verwahrlostem
und  halbentkleidetcm  Zustande  wurde  heute  früh
in  der  Ehndorferstraße  ein  junges  Mädchen  aufge,
funden.  Vier  junge  Leute  hatten  sich  an  dem
Mädchen,  nachdem  es  sinnlos  betrunken  war,  iv
unsittlicher  Weise  vergangen.  Die  Täter  wurdet
exmiitelt  und  zur  Anzeige  gebracht.  —  Ein  Per,
ssnenanto  „versetzt"  haben  4  anscheinend  aus  Ham,
bürg  stammende  Reisende  (2  Damen  und  2  Her,
ren).  In  dem  sogenannten  Färberweg  war  bei
Wagen  in  einen  Graben  geraten.  Nachdem  sii
einen  hiesigen  Chauffeur  init  dem  Abschleppen  de«
Autos  beauftragt  hatten,  machten  sich  die  Herr,
schäften  heimlich  davon.  Der  Wagen  mit  bet»
Zeichen  H.  H.  18  809  wurde  in  einer  hiesigen  Ca,
rage  untergestellt.  —  Wegen  sittlicher  Verfehln«,
gen,  begangen  an  einem  4jährigen  Mädchen,  würd,
ein  Lehrling  im  Alter  von  15  Jahren  zur  Anzeigi
gebracht.
gp.  Amt  Wacken,  3.  Mai.  Zm  SumpfZeSiei
Bebek.  Als  bei  der  Marschbahnverlegung  bel
Hochdonn  die  gewaltige  Hochbrücke  gebaut  wurde

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