Full text : Königlich-Dänischer Hof- und Staats-Calender für das Jahr 1839. (1839)

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Herzogthum Lauenburg.

Koͤniglich Daͤnischen Antheils.

Das jetzige Herzogthum Sachsen-Lauenburg hat einen Theil der Laͤnder Heinrich des Löwen ausge⸗
macht. Dessen Soͤhnen entriß es 1197 Graf Adolph der III. von Holstein. Nach des Letztern Gefangennehmumg
dam es 1203 an Waldemar II., Koͤnig von Daͤnnemark. In Folge der Schlacht bey Vornhoͤved 1227 wurde es
an Herzog Abrecht von Sachsen abgetreten. Von 1260 dis 1689 ist es ein suͤr sich bestehendes Fuͤrstenthum
gewesen. Als 1680 der letzte Herzog von Sachsen-Lauenburg, Jñlius Fran-, ohne maännliche Erben siarb, kam
das erledigte Fuͤrstenthum kraft fruͤherer Erbvertraͤge, an Braunschweig⸗ Luͤneburg. Durch Tractate, die am 29.
May und 23, September 1815 zwischen den Kronen Hannover und Preußen, und am 4. Juny 1815 zwischen
Letzterm und Daͤnnemark abgeschlossen sind, ist der Antheil von Lauenburg, der auf dem rechten Elbufer liegt, mit
Ausnahme des Amtes Neuhaus, an Daͤnnemark abgetreten. Die Uebertragung ist am 27. Julius 1816 zu Ratzeburg
zeschehen. Die im Herzogthum Lauenburg bestehende Verfassung, ins besondere der Landes-Repraͤsentativn, deruht
haupt saͤchlich auf der 1585 zwischen der Ritter- und Landschaft nuter sich errschteten und von dem Herzog Fran
dem Juͤngern 1586 bestaͤtigten Union, welche jedoch nicht mehr in allen Punkten guültig ist. Die Staͤnde heißen
Ritt er- und Landschaft. Den Gutsbesitzern und den drev Staͤdten steht das Recht der Landsiandscpaft zu. Die
Staͤdte werden durch einen Deputirten ihres Mittels, gewoͤhnlich den Buͤrgermeister, den auch wohl noch ein
Rathsverwandter und der Stadtsecretair begleiten, beym Landschaftlichen Convent repraͤsentirt. Die Staͤdte bilden
keine Curie, sondern jede Stadt hat gleich jedem Gutsbesitzer, Eine Virilstimme. Es ist unentschieden, ob
der Gutsbesitzer, um das Recht der Landstandschaft ausuͤben zu koͤnnen, von Adel seyn muͤsse. Vier aus der
Ritterschaft von den Staͤnden erwaͤhlte Landraͤthe bilden einen fortwaͤhrenden engern Ausschuß. Das Land—
marschallsamt ist seit aͤltern Zeiten mit dem Gute Gudow erblich verktnuͤpft gewesen. Vermoͤge einer Belehnung
Herzogs Johann vom Jahre 1471 ist die Wuͤrde bey der Familie von Bülow mit dem Gute erblich verblieben.
Der Landspndicus ist Rechtsconsulent der Ritter⸗ und Landschaft. Landschafts-Secretair ist der Tilel des land
schaftlichen Kassirers. Das wichtigste Document fuͤr die Lauenburgische Verfassung ist der zwischen Georg
uneln und den Staͤnden verabschiedete Landes-Receß vom 15. September 1702 welcher durch die Versicherume
Acte des Koͤnigs Frederikx VI. vom 6. December 1815 bestaͤtigt worden ist

Ritter und Landschaftliches Personal.
LCandmarschall.
Herr Kammerherr Adolpla Gottlieb von Bilou, ʒ.
Gudow, (D. IV.)
Candraͤthe.
Herr Kammerherr, Landmarschall, Hofgerichts- und
Consistorial⸗Assessor Adolpla Gottlieb von Biilou
zu Gudow, MD. IV.)
Herr Kammerherr Friedrich Franx von Billouv, zu
Muͤssen, Mecklenburg-Schwerinischer Kammerrath.
Herr August Iouis Detlef von Sclwader, zu Castorf,
Bliesdorf und Grienau, Hannoverscher Forstjunker.

CLandsyndicus.
Herr Friedrich Eduard Waiter, zugleich Regierungs—
und Hofgerichts-Procurator.
Landschaftssecretair.
Herr Christian ,udivig Ludolph Hornbostel, ʒugleich
Regierunas⸗ und Hofgerichts-⸗Procurator.
Gouverneur und Landdrost.
Herr Kammerherr Christian Andreas Friedrick, Gras
von Rantæcdu, (D. IV.) (Rang Klasse 2. Nr. 4)

Landescollegia.
Die drey Lauenburgischen Landescollegia stehen, in so weit
sie Justizcollegia uͤnd, unter dem Schleswig-Hosstein—
Lauenburgischen Oberappellationsgericht zur Kiel an
welches in Sachen, deren Werth a00 Rihlr. betraͤgt.
appellirt werden kann.J

Regierung.
Zum Nessort der Regierung gehoͤren alle Regierungs⸗Po⸗
licey⸗ und Regalien: Sachen, die Beachtung der Verhaͤlt⸗
nisse der beiden andern Landescollegien, so wie der Rit⸗
ter⸗ und Landschaft, die Oeconomie der Staͤdte, die Be—
staͤtigung der Stadtmagistrate; Zunft- und Handwerks⸗
Sachen; ferner die Criminalia aus den Aemtern, die
Appellationen von den Amt- und Stadtgerichten und die
Klagesachen gegen die Beamten in personalibus und
Canzeleysaͤßigen in erster Instanz.]
Praͤsident.
Der Landdrost.

Raͤthe.
Herr Etatsrath Foßann Nartin Christian Gott-——————

Herr Gottfried, Graf von Reventlou:
Auscultant.
Herr Kammerjunker Hartuig von Linstou.

Regie⸗
            
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