Leich⸗Predigt. 67
rettet. Hier ist der Weg schlipfferig / wie offt strau⸗
chelt hier der Fuß / und verursachet manchen Suͤnden⸗
Fall. Wenn schon ein Wiedergeborner ihm mit al⸗
lem Ernst vornimbt / nach der goͤttlichen pPhilosophie in
der heiligen Schrifft geoffenbahret / seinen Wandel an⸗
zustellen / und den Weg der Geboke GOttes zu lauffen /
so ist doch der Streit des Fleisches wider den Geist in
ihm / und wider strebet das Gesetz in seinen Gliedern
dem Gesetz in seinem Gemuͤth / daß er nicht thut / was
er wil. Das hat David erfahren / wenn sein guf glei⸗
tet in dem Fall mit Bathseba und Uria / dieser Fall haͤt⸗
te ihn gantz gestuͤrtzet / wenn der HErr nicht were sein
Hort / Trost und Huͤlffegewesen. Und so ist leyder
des Strauchelns viel in unserm Christenthumb / aber
der HErr haͤlt uns bey seiner rechten Hand / er gaͤngelt
uns wie die Jugend. Wenn wir aus Schwachheit fal⸗
len / wirffet er uns nicht so fort weg / sondern vertraͤgt
uns mit grosser Gedult / richtet uns durch sein Wort
und Geist von dem Fall wieder auff/ und gibt uns
neue Krafft / daß wir aufffahren mit Ien —
wie Adler / daß wir lauffen / und nicht matt
werden / daß wir wandeln / und nicht muͤde
werden / biß er uns endlich leitet auff e wigen Wegen /
da es kein Gleiten / kein Stuͤrtzen / kein Fallen mehr ab⸗
geben wird / sondern wir fest stehen werden / wie ein
Paullast. Wol demnach den himlischen Academicis, de⸗
ren Fuß nach der goͤttlichen niosophie ohn einigen
Anstoß und Irren richtig gehet denn nach der him⸗
lischen Erammatica reden sie recht. Nach der himli⸗
J2 schen