Leich⸗Predigt. 69
Das IV. Haubt⸗Stück/⸗
nemblich /
En Ort / wo diese ac⸗aemie gelegen ist / unser
Tert benennet ihn / und spricht / es sey das
2Rand der Lebendigen/ Ich wu wandein
fuͤr dem h Errnim Lande der Lebendigen. Es
wird in der Schrifft gedacht des Landes der Lebendi⸗
gen / und auch des Landes der Todten/ womit aber
nicht allemahl einerley angedeutet wird. Setzet man
dem gelobten Lande ECangan/ woselbsi ist
bekandt gewesen / und sein Rahme herruch/ d⸗ Hey⸗
denschafft / da man ohne 0it und in grosser Bund⸗
heit lebete / entgegen / so wird dieses das Land der
Todten / jenes aber das Land der Lebendigen
genennet. Betrachtet man den Zustand derer / die
über der Erden sind/ und leben/ gegen die / so unter
der Erden liegen und gestorben sind / so nennet man
das unter der Erden das Kand der Todten/ und
das uͤber der Erden das Land der Lebendigen.
Siehet man den Himmel / und dagegen den gantzen
Erdboden an / ũnd erweget daben wie auff die sem al⸗
les/ was lebet / sterblich ist / in jenem aber von keinem
Todt zu hoͤren / sondern iauter ewiges Leben ist / so wird
daher die Melt das Land der Todten / Und der
Himmel das Land der Lebendigen genennet
Und eben dieses Land der Lebendigen ist der Orth / wo⸗
selbst unsere himissche Acadcmi von Anbegin der Welt
ist angeleget und bereitet worgen Sonsten / wenn
J3 man