Full text: Summarium des Neuesten und Wissenswürdigsten aus der gesammten Medicin zum Gebrauche für practische Aerzte und Wundärzte (Neueste Folge, Band 22/24 (Jahrgang 1843), No 1-No 96)

CÖ4 Materia medica und Toxikologie. 
ein. Bei allen dreien äusserle der Aconit eine unverkennbar 
wohlthälige Wirkung. Den äussern Gebrauch der Aconit-Tin- 
clur als Einreibung gegen Neuralgie und Rheumatismus hat, 
nach Pereira, J. Curtis empfohlen und mehrere Fälle be 
kannt gemacht, in welchen dies Verfahren den besten Erfolg 
halle. Es sind dies namentlich chronische Rheumatismen und 
Neuralgien, wo weder Fieber noch Entzündung, noch sonsti 
ges Allgemeinleiden obwaltet, der örtliche Schmerz vielmehr 
das Uebel allein ausmacht. Nie hat, wie Curtis angiebt, 
die äussere Anwendung der Aconiltinelur Naehlheile gebracht, 
sie findet also auch keine Einschränkung. Curtis lässt den 
leidenden Theil so lange mit einem in die Tinclur getauchten 
Schwamm reiben, bis die Tinclur eingesogen oder verdunstet 
ist. Es tritt zuerst Kälte, dann Rölhe und Geschwulst der 
Haut, nicht seilen auch Jucken, Brennen und Stechen dersel 
ben , als ob sie mit Nesseln gepeitscht worden und zuletzt 
Gefühl von Taubsein ein. Alle diese Erscheinungen lassen 
jedoch nach wenigen Stunden nach und mit ihnen ist auch 
der Schmerz verschwunden. B. hat einige derartige Versuche 
angestelll, kann sich aber eines solchen Erfolgs nicht rühmen. 
2) Gicht. Das Aconit ist von Störek und seinen Nachfol 
gern gegen acute und chronische Gicht, selbst gegen Arthritis 
nodosa mit Erfolg angeweudel worden. Sehr schätzbare Auto 
ritäten, wie z. B. Qua rin, Richter, Thilenius, Bar- 
tliez u. A. sprechen für das in Rede stehende Mittel. Rich 
ter fand es\in noch nicht zu sehr veralteter Gicht oft sehr 
wirksam, doch heilte er auch solche damit glücklich. Es hilft 
oft ohne irgend eine Ausleerung oder sonstige bemerkbare Ver 
änderung hervorzubringen. Schenkenbecher versuchte das 
Extr. Aconiti gegen Arthritis nodosa mit strenger vegetabili 
scher Kost. Er gab von 1 — 23 Granen des Tags und der Er 
folg war so günstig, dass Pat. in wenigen Wochen wieder 
gehen konnte. Er halle in dieser Zeit 5 Drachmen und 9 Gran 
ohne Nachtheil verbraucht. Auch Oberleufer war ein gros 
ser Lobredner des Aconits gegen alle Formen der Gicht, selbst 
Arthritis nodosa, Podagra, Chiragra und Gonagra. Er zog 
das Exlract der Kämpf’schen Tinclur vor und Hu fei and 
rühmte bei Bekanntmachung der 0berteufer’sehen Erfah 
rungen seine Tinctura Aconiti aetherea. Thilenius empfahl 
das Aconit auch bei Arthritis syphilitica und venerischen Kno 
chenschmerzen und Chapp sah in ähnlichen Fällen gleichfalls 
gute Wirkung vom Aconit, selbst wo bereits Atrophie des 
Gliedes und Caries zugegen war. In dieser Beziehung hat man 
aber wohl kräftigere Mittel und energischere Curmelhoden und 
schwerlich wird jetzt ein Arzt in derartigen Fällen dem Aconit
	        
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