sammen . Das war immer so . Aber es ist von Bedeutung , daß wir vor dem Auseinandergehen uns noch einmal grüßen mit dem Gruß des Kreuzes . Denn wie daö Kreuz Christi für unsere Versöhnung mit Gott , für unsere ganze Weltanschauung den lebendigen Mittelpunkt bildet , so ist unser Kreuztragen für unser eigenes Leben , für unsere Lebens - anschauung der entscheidende Punkt . Christ sein heißt Kreuzträger sein . Das sollen wir uns noch einmal klarmachen . Ganz vor kurzem hat ein Mann mit großer Entschiedenheit Nietzsche als Erzieher vor unsere Seele gestellt . Nietzsche als Erzieher zwar nicht für alle Menschen — das war ihm klar — , aber für die Elite - Menschen . Nietzsche , in dem wir eine ganz seltene Kraft anerkennen , ist sich dessen bewußt gewesen , daß er mit seiner Verkündigung des sich restlos auslebenden Herren - menschen der Antichrist war . Es ist auch sehr begreiflich , daß die auf - strebende Jugend von solchem Erzieher angezogen wird . Uns ist es ganz klar , daß wir Jung und Alt und jedem Stand nur Einen Erzieher zu predigen haben : das ist der Mann am Kreuz . Das haben wir nie anders verkündigt , daS gilt unS immer wieder : , wer mir nachfolgen will , der verleugne sich selbst und folge mir nach / Wir wollen uns in dieser Stunde in dies Wort versenken , aber zunächst nicht über das hinweg - gehen , was zumal unserer Jugend an diesem Wort schwer fällt . "
„ Es ist keine leichte Sache , das zu erkennen , daß des Lebens tiefster Sinn in der Selbstverleugnung , in dem Kreuz liegt . Wir werden es alle verstehen , und die Jüngsten unter uns am meisten , daß der Jünger , der dem Herrn zuvor das große Bekenntnis abgelegt , doch zurückbebt vor der Ankündigung des Kreuzestodes . " Dann wird ausgeführt , daß das in der Tat auch für unseren Erlöser nicht etwa „ eine Sache " sei , „ mit der er von Anfang an gerechnet hat und die ihn weiter nicht mehr quält ; eö ist auch für ihn ein Angehen gegen daö Beste in seiner Natur . "
„ Und wir nun , die wir seine Jünger sein wollen , wie können wir daö Kreuz auf uns nehmen ? Ist es nicht unserer Natur ganz und gar zu - wider ? Wir wollen nicht davon reden , weil es eine Übertreibung wäre , als ob der Christenberuf uns fort und fort ans Kreuz , in äußere Not oder gar in den Tod hinein führte . Davon ist ja heute nicht mehr zu reden ; man muß es ja schon ganz wunderlich anfangen , um äußeren Schaden von seinem Bekenntnis zu Christo zu haben . Aber die ganze Idee ist uns ja so fremd . Wir wollen in das Leben hinein und es mit klammernden Organen umfassen , zumal wenn wir noch jung sind . Wir wollen keine Resignation , sondern das volle Auskosten des Lebens .
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