ä 396
und jede Brikollirung abwehrende Vorwerke davon aufführen,
so wird man unter den vorhandenen Umständen der Gefahr
die möglichste Gränze gesetzt haben. Da, wo das Dünen-
ufer noch mit Steinen vermischt ist, wird die Macht der See
überhaupt mehr gelähmt, und, wenn auch endlich die Steine
in ihre Theile zerschlagen, abgerieben und in Kiesel-Körner
und Sand aufgelößt werden, so vergeht doch eine geraume
Zeit, bevor die See, deren Kräfte doch auch ihr Maaß ha-
ben, damit zu Stande kömmt, und so giebt es in den ruhigen
Intervallen immer Mittel, den Zeitraum lange zu entfernen.
Da übrigens auch Strohpflanzen en quinconce eingesteckt
ein wichtiger Behelf sind, um den Sand aufzufangen und die
Erhöhung einer Düne damit zu beschleunigen, so kann auch
dieses Jufluchtsmittel nach Beschaffenheit der Umstände mit
in Anschlag kommen, besonders. an der Seeseite ~~ wo die
Sandpflanzen nicht fortkommen können, auch gewährt es in
den entscheidenden Augenblicken, da eine äussere dadurch an-
gehägerte Düne bricht, den Vortheil, daß die Seen und Bran-
dungen von den Ueberbleibseln des losgerissenen Strohs be-
sänftigt werden, und in sanfte wellenförmige Bewegungen
übergehn.
In foweit aber mit allen diesen und ähnlichen Einrich:
tungen Kosten und Lasten verknüpft sind, welche die Kräfte
der bisherigen Dünenunterhalter übersteigen, ist es nothwen-
dig, daß zu diesen Lasten, ebenso wie zu den Deichslasten,
alle diejenigen mit coneurriren, welche von den Dünen mit-
telbaren oder unmittelbaren Schutz genießen. Und dieses
überhaupt im Deichsreglement unserer Regierung angenom-
mene Princip schließt gewissermaaßen erst die Möglichkeit in
sich, alle zweckdienlichen und compensablen Vertheidigungs:
Anstalten zu realifiren, zu beleben und zu vervollkommnen.
Das äusserste Ende der Silter Dünen enthält die ei-
gentliche Dünenmassse. Da die See beständig an der Tren-
nung dieser beiden Theile gearbeitet und immer den wichtig-
sken Angriff auf das Centrum gemacht hat, so ist der mitt-