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10.
Rt. 105
Zweites Blatt
Mîtşwory,
21. Mgüfl
Rendsburg, den 21. August 1929.
Tme erfreuliche Nachricht:
Verminderung der Polizeilasten.
MH M WH näÈScn Mi al tunû iS» «. WiMM (Daren.
Nachdem der preußische Staatsrat am 23. Juli
dem vom Landtag beschlossenen Polizeikosttngesetz
C sstimmt hat, ist am 1. April n. I. mit einer voll
menen Umgestaltung der Aufbringung der Po
lizeitosten zu rechnen.
Entgegen der Regierungsvorlage, durch die nur
der Polizeilostenausgleich unter den Gemeinden mit
staatlicher Polizei auf eine neue Basis gestellt wer
den sollte, hat der Landtag entsprechend den Wün
schen des Staatsrats die Neuregelung auch auf die
Gemeinden mit kommunaler Polizei ausgedehnt, so
daß sowohl der spezielle wie auch der allgemeine
Lüstenausgleich für die Poltzeikosten in einer neuen
Gestalt erscheint.
Wenn auch die Neuorganisation der Aufbrin
gung der Polizeikosten für manche Städte gewisse
Ungerechtigkeiten in sich birgt, so wird doch unum
wunden zugegeben werden müssen, daß der bisherige
Zustand unhaltbar war. Das leuchtet ohne weiteres
ein, wenn man den auf den Kopf des Einwohners
entfallenden Anteil an Polizeikosten in den einzel
nen Städten vergleicht. So hatte z. B. Breslau
2,03 RM. pro Kopf der Bevölkerung im Jahre
1928 zu zahlen, während sich die Kopfguote für
Rendsburg auf 3,06 RM. auf Grund der amtlichen
Unterlagen errechnet. Dabei steht Rendsburg nicht
einmal am schlechtesten unter den preußischen Städ
ten da, wenn man bedenkt, daß z. B. Neiße 9,53
RM., Düren sogar 10,41 RM. pro Kopf im Jahre
1928 aufzubringen hatten.
Diese außerordentlichen Unterschiede resultier
ten daraus, daß die Gemeinden mit staatlicher Po
lizei nur etwa ein Drittel der Lasten für den orts
polizeilichen Bedarf zu traigen hatten, die Gemein
den mit kommunaler Polizei aber die vollen Polizei-
lasten. Freilich muß dem entgegengehalten werden,
daß in Gemeinden mit staatlicher Polizei der orts
polizeiliche Bedarf zumeist entsprechend größer ist
als in den Gemeinden mit kommunaler Polizei.
Nach dem beschlossenen Gesetz werden in Zu
kunft die Lasten für die staatliche und kommunale
Polizei in sämtlichen Gemeinden auf die Gesamtheit
der Gemeinden mit mehr als 2000 Einwohnern im
Verhältnis zur Einwohnerzahl und zu ihrem Auf
kommen an Einkommen- und Körperschaftssteuer
umgelegt. Den Gemeinden wird dann für jeden
kommunalen Polizeibeamten ein Betrag von 3000
RM. vom Staat aus dieser Umlage zurückvergütet,
so daß für den einzelnen kommunalen Polizeibeam
ten von der Gemeinde selbst nur ein Drittel der
Kosten, nämlich 1500 RM., zu tragen sind. (Amtli-
cherseits werden die Durchschnittskosten für einen
Polizibeamten mit 4500 RM. angenommen.)
Nach den amtlichen Unterlagen sind die Polizei
lasten der Stadt Rendsburg für das Jahr 1928
auf 83 500 RM. errechnet. Die Lasten werden
sich nach der Neuregelung auf 44 332 RM. ver-
mindern, so daß also 41168 RM. weniger für
die Polizei aufzubringen sind.
Da sich aus dieser Neuregelung für die Gemeinden
mit staatlicher Polizei eine außerordentlich schwere
Belastung ergibt, soll die volle Auswirkung der
Mehrbelastung nur successive in drei Etappen vom
Jahre 1930 bis zum Jahre 1932 erfolgen, damit
diesen Gemeinden Gelegenheit gegeben wird, sich
allmählich auf die neuen Verhältnisse umzustellen.
Es sollen daher im ersten Jahre (1930) nur 1000
RM., im Jahre 1931 2000 RM. und erst im Jahre
1932 und der Folgezeit 3000 RM. für jeden kommu
nalen Polizeibeamten von der Gesamtheit der La
stenträger ausgebracht bzw. an die Kommunen mit
kommunaler Polizei abgeführt werden.
Für die Stadt Rendsburg wird die Neurege
lung also vom Jahre 1932 ab eine erfreuliche Er
leichterung d^r Finanzlage bringen.
Schleswig-Holstein.
UM ösm Umfe HttttobtWQ.
-rtn.
* Zwangsversteigerung. Im Zwangsverstei-
gerungstermin auf dem hiesigen Amtsgericht über
das im Grundbuche von Fockbek Band II Bl. 85
eingetragene Grundstück Katenstelle Haus Nr. 10
in Fockbek mit Wohnhaus, Stall, Scheune, Hof
raum und Hausgarten, groß 7,2723 .Hektar, ein
getragene Eigentümerin: Hinneri'ke Im kett ne
Bruns, geb. Dahlweg in Fockbek, gab Landmann
Georg Brcdehorn in Fockbek das Höchstgebot mit
5250 RM ab.
* Abhanden gckonlmen ist in der Nacht vom
Sonnabend zum Sonntag bei der Einmündung
des Seekenbeks in die Fockbeker Au eine dort ge
stellte Fischreuse.
* Der Stenographenverein „Stolze-Schrey"
hielt feine Bierteljahrsoerfammlung am 15. Aug,
in Riecks Gesellschaftsbaus ab. Zahlreich hatten
sich die Mitglieder eingefunden, um über zurück
liegende und kommende Fragen im Vereinsleben
zu beraten und zu beschließen. Der 1. Kaşşierer
erstattete Bericht über das kürzlich im Hotel Glück-
Auf in Audorf abgehaltene und in allen Teilen
wohlgelungene Sommervergnügen, das zur Freude
des Kassenwarts einein Betrag für die Kasse ab
geworfen hat. Ueber den Bezirkstag in Preetz anr
31. 8. und 1. 9. d. I. wurde des längeren debat
tiert. Beschlössen wurde, als Vereinsvertreter
Fra'U Brodereck und Frl. HaMberg und die Her
ren Brodereck und Horfch zu entsenden, und den
übrigen Teilnehmern freie Reise zu gewähren.
Die Beteiligung seitens des Vereins verspricht -
genau wie zum Bundesfest im Juni — sehr gut
zu werden. Es meldeten sich sofort oa. 20 Teil
nehmer. Weitere Meldungen müssen umgehend
beim 1. Vors, erfolgen. Am 8. September findet
in Sogeberg eine außerordentliche Bundesvertre
tersitzung statt, auf der Brodereck und Greve die
Interessen des Vereins vertreten werden. — Be
schlossen wurde ferner, für die Beteiligung an
häuslichen Preisarbeiten zwei Preise und für die
im Geschäftsjahr erreichte höchste Steigerung im
Schnellschreiben einen Preis auszusetzen. Alle drei
Preise gelangen in der Generalversammlung zur
Verteilung. — Für das vor einiger Zeit abgehal
tene Be rein swe t tsch reib en konnte folgenden Mit
gliedern ein Diplom überreicht werden: Anni
Siekmeier 1. Preis 180 Silben, 1. Preis Korrekt-
fchreiben, 2. Preis Wettlesen; Gertrud Kort
1. Preis 180 S., 3. Preis KS., 3. Preis £.; Vodil
Voddum 1. Preis 180 S., 3. Preis L.,' Anni Schle
gel 2. Preis 180 S., 1. PreisKS., 2. Preis Lg
Minna Haffeloerg 2. Preis 180 S., 3. Preis KS.,
3. Preis Lg Maria Hansen 2. Preis 180 S., 1. Pr.
KS., 3. Preis Lg Anni Brodereck 2. Preis 180 S.,
3. Preis L.; Inge Urban 1. Preis 140 S., 2. Preis
KS., 2. Preis Lg Inge Borchers 1. Preis 140 Sg
August Schulz 1. Preis 120 S., 2. Preis KS.,
3. Preis Lg Lisbet Michel 1. Preis 120 S., 3. Pr.
KSg Elisabeth Otto 1. Preis 120 S., Magda-
lenie Siebten 1. Preis 120 Sg Helene Schimmer
2. Preis 120 S., 2. Preis KSg Gustav Horfch
3. Preis 120 S., 3. Preis KSg Mariechen Jeşşen
3. Preis 120 S.; Grete Ehlers 2. Preis 120 Sg
Dtto Kahl 2. Preis 120 Sg Irmgard Carstensen
3- Preis 120 Sg Heinrich Hirsch 1. Preis 100 Sg
am
Bruno Kuschel 1. Preis 100 Sg Cäcilie Bielfeldt
2. Preis 100 S., 2. Preis KSg Johann Schröder
2. Preis 100 S., 3. Preis KSg August Etchner
2. Preis 80 Sg Willy Rehmken 1. Preis 120 Sg
Herta Michel 1. Preis KS.; Hugo Greve 1. Preis
KS.; Wilhelm Bracht 2. Preis KSg Jürgen Roh-
wer 2. Preis KS.; Johann Prösch 2. Preis KSg
Dora HaUfchild 2. Preis L.; Hildegard Saß
3. Preis L.
* Seinen 80jährigen Geburtstag
gestrigen Dienstag der Sozialrentner Kl,
wohnhaft Tnlipanftr. 8. Im vorigen Jahre war es
ihm vergönnt, das Fest der goldenen Hochzeit zu
feiern. Von der Krufefchen Kapelle wurde ihm am
Morgen ein Ständchen gebracht.
* Ankündigung von Ausverkäufen. Die Indu
strie- und Handelskammer zu Kiel teilt mit: Es war
in letzter Zeit wiederholt zu beobachten, daß in
öffentlichen Ankündigungen von Ausverkäufen die
Angabe des Grundes für die Verkaufsveranstaltung
fehlte. Wir nehmen daher Veranlasftmg, darauf
hinzuweisen, daß nach § 7 Abs. 1 des Gesetzes gegen
den unlauteren Wettbewerb in öffentlichen Bekannt
machungen oder in Mitteilungen, die für einen grö
ßeren Kreis von Personen bestimmt sind, soweit sie
den Verkauf von Waren unter der Bezeichnung
eines Ausverkaufs enthalten, der Grund angegeben
werden muß, der zu dem Ausverkauf Anlaß gegeben
hat. Das gilt in: besonderen für Anzeigen in der
Tagespresse und für Schaufensterplakate. Wir Lit
ten die Geschäftsinhaber, diese Vorschrift zu beach
ten ,nm Unannehmlichkeiten zu vermeiden. Weiter
hin ist darauf hinzuweisen, daß die Bezeichnung
„Total"- oder „Räumungs"-Ausverkauf nur ge
braucht werden darf, wenn die gänzliche Aufgab«
des Geschäftes beabsichtigt ist. In den anderen
Fällen, die zu einem Ausverkauf Veranlassung
geben können, darf lediglich die Bezeichnung „Aus
verkauf" zur Anwendung gelangen.
Fundsachen.
Gefunden wurde auf dem 'Schiffbrücken
platz eine kleine Geldbörse mit kleinem Geld
betrag, im Schwarzen Stieg eine Badehose
und Handtuch, auf dem Spülfeld ein Haustür-
schlüssel. Die Sachen befinden sich im Fund
büro (Polizeibüro).
ti-
Bereins-Anzeiger
Ol&fa»ttsiitAm Sonnabend.den24.August 1929
ttipUltrA 8 Uhr, in der SchtveizerhaRe
Sommervergnügen
Reserve- und Landwehr-Berem.
Generalversammlung
am Freitaņ. den 23. August, abends 8V- Uhr
in Riecks Gesellschaftsbaus.
U. a. Wortrag:
Unsere Mörsergeschütze (Dicke Bertha) 1914/15.
Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Der Borltand
ai. Hohenwestedt, 20. August. Kirchenkonzert.
Den seltenen Genuß eines Kirchenkonzerts ver
schafften uns am gestrigen Abend die Damen
Fräulein Kübel aus Leipzig und Fräulein Irm
gard Etzdorf aus Reusefeld. Fräulein Kübel, die
dem weltbekannten „Leipziger Quartett" ange
hört, in dem bte Tradition der ältesten und älte
ren Kirchenmusik seit langer Zeit gepflegt wird,
erfreute durch den Vortrag von einfach gesetzten
Chorälen, unter denen insbesondere der von Joh.
Seb. Bach komponierte: „Kommt, Seelen, dieser
Tag muß heilig sein befunden" einen starken Ein
druck machte. Ab« auch das: „Heilig, heilig, hei
lig" von Händel wußte sie, trotz der akustischen
Schwierigkeiten, wirkungsvoll zu bringen. Am
wenigsten gelang dies vielleicht 'bet der modernen
Komposition Mergners zu dem Eerhardt'schen:
„Geh aus mein Herz und suche Freud!" Mit ganz
besonderem Interesse lauschte die Hörerschaft den
Orgelvorträgen der jugendlichen Organistin Irm
gard Etzdorf. Da sie in der Kirchengemeinde Ho-
henweftedt ihre Kindheit verbracht hat, hatte ge
wiß auch persönliche Anteilnahme viele zu der
Feierstunde in bte Kirche geführt. Im Programm
waren der jungen Virtuösin 6 Vorträge einge
räumt. Das Praeludium und die D-Äurfuge von
Joh. Seb. Bach wurden in vollendeter Form zu
Gehör gebracht. Aber auch die Umrahmungen
alter schlichter Choräle, wie: „Vaterunser im
Himmelreich", „Wachet auf, ruft uns die Stimme"
und „Valet will ich dir geben" lösten allgemeine
Anteilnahme aus. Mit fern gewaltigen Bachfchen
A-dur Praeludium wurde das Konzert, das alle
Hörer befriedigt und selbst hingerissen haben
wird, 'geschloffen- Leider konnten die auf dem
Konzertprogramm angekündigten Derger'schen
Kompositionen von der Orgelkünstlerin nicht ge
bracht werden. Das Instrument versagte zu der
artigen Werken den Dienst. Störend machten sich,
besonders während der Orgelvorträge, die Män
gel der überalterten Orgel bemerkbar durch aller
lei Nebengeräusche. Es wäre wirklich an der Zeit,
daß dem so lange geplanten Neubau endlich näher
getreten würde — das war auch ein Eindruck,
den bi« am gestrigen Abend versammelte Hörer
schaft mit nach Hiause nahm. Wieviel Me Musik
könnte dann durch die Kunst unseres Organisten
der Gemeinde dargeboten werden! An der Geld
frage darf das Problem doch nicht scheitern! Wenn
unsere Geldinstitute, etwa dlie Eemeindesparkaffe
und die Kirchspielssparkaslse, die ihre Ueberschüfse
fast ausschließlich der Kirchengemeinde verdanken,
durch Zeichnung größerer Beiträge, evtl. Gewäh
rung von Darlehen zu mäßigem Zinsfuß, die Sachs
stützen würden, so würde irie Bevölkerung für der
artige Bewilligungen ein größeres Verständnis
zeigen als für manche andere Aufwendung.
ad. Bcsdorf, 19. Aug. Feuer. Am gestrigen
Morgen war der angefahrene Kohlenbestand der
Genossenschaftsmeierei im Lagerraum durch Selbst
entzündung in Brand geraten. Durch rechtzeitiges
Eingreifen der hiesigen Feuerwehr wurde das Feuer
gelöscht und die Gefahr beseitigt.
ad. Wacken, 19. Aug. Weitschüßen des Krieger-
vereins. Am gestrigen Nachmittag trat der Krie
gerverein Wacken zum 3. Prsisschießen an. Die Be
teiligung war gut. Die ersten Preise errangen 1.
A. Nuppnau, 2. E. Arp mit je 35 Ringen. Zugleich
wurde an diesem Tage die neue Schießhalle einge
weiht. Nun kann bei jeder Witterung der Schieß
sport gepflegt werben.
R. Nortorf, 20. Aug. Außcrordentl. General
versammlung der Nortorfer Bank. Ueber die Ge
schäftsführung des im Jahre 1890 gegründeten Nor-
torfer Kreditvereins, welcher in späteren Jahren in
die Nortorfer Bank umgewandelt wurde, gingen in
letzter Zeit verschiedene Gerüchte um. Um hierüber
eine Klarstellung zu geben, hatte der Aufsichtsrot
für gestern abend eine außerordentliche Generalver
sammlung einberufen. An der Versammlung nah
men teil Verbandsdirektor Lohst und Verbandsrevi-
sor Sternberg. Zum Schriftführer wurde Nissen
bestimmt. Der Vorsitzende Lorenz Lorenzen eröff
nete die Versammlung und erteilte dem Verbands-
revifor Sternberg das Wort, welcher den Mitglte-
dern erklärte, wie nach erfolgter Revision die etwas
verschleierte Bilanz aufgestellt sei. In den Vor-
stand neugewählt wurde Meder mit 77 Stimmen.
Die langjährige Mitarbeiterin Fräul. Mickley ver
bleibt solange, bis eine geeignete ältere männliche
Kraft für den Posten gefunden ist. Der bisherige
Aufsichtsrat wurde einstimmig wiedergewählt. Eine
Satzungsänderung wurde dahingehend vorgenom
men, daß der neue Vorstand auf 2 statt bisher 3
Mitglieder festgesetzt wird. Hoffentlich wird unser
altes Nortorfer Geldinstitut fein Vertrauen wieder
gewinnen.
R. Nortorf, 21. August. Unser Vaterländi.
scher Frauenverein hatte gestern zu einem Som
merfest nach dem so herrlich gelogenen Kiautşşchoņ
bei Borgdors eingeladen. Gastwirt Harder hatte
seine Garten- und Gastwirtslokalitäten bereitwil
ligst zur Verfügung gestellt. Der Einladung wa
ren viele Hundert Gäste aus Nortorf und klinge«
gend gefolgt. Gatt es sein Scherflein dazu beizu«
tragen, der allgemeinen Not zu steuern. Große
Menigen an Kuchen und Brötchen waren gestiftet,
die dort zu mäßigen Preisen wieder verkguft wur
den, und alles wurde denn auch ausverkauft.
Fräulein Glißmanu hatte mit einer Schar junger
Mädchen zwei niMiche Einakter eingeüibt, die im
Freien vorgeiführt würden und großen Beifall
fanden. Die Tombola konnte sich flotten Zuspruchs
erfreuen. Boi eintreiender Dunkelheit kamen von
ferne her zwei Gondeln, denen in geschmaàollen
Kostümen gehüllte Mädchen entstiegen und auf
dem Rasen einen Lampionreigen vorführten, der
so beifällig aufgenommen wurde, daß eine Wie
derholung stattfinden mußte. Fräulein Mi-chsl-
fett trug mit ihrem Mädchenchor einige mehrstim
mige Lieder vor, die hübsch zu Gehör gebracht wur
den. Den Schluß des Abends bildete eine von der
Nortorfer Faltbootgilde vorgeführte Lainpion-
korlo'ahrt auf dem Borgdorfer See, die begleitet.
Die Uagrmg öes FsheSAüöe m Slk&ifl.
Niebüll, 20. August. Der Mitgliederversamm
lung am Sonntag ging am Sonnabend ein Mgrü-
ßungswbend in der Aula der Frivdrich-Paulsen-
Schnle voraus. Der Vorsitzende der Fehrsgilde,
Landrot o. D. Dr. Wachs, Kiel, richtete an erster
Stelle Dankesworte an alle, die dazu beigetragen,
die Tagung in Niebüll zu ermöglichen. Es folgten
Ausführungen über die Fehrsgilde, speziell über die
Persönlichkeit des Dichters Johann Hinrich Fehrs,
zu dessen Ehren die Gilde im Jahre 1916 gegründet
wurde. Die Tagung fand diesmal im friesischen
Sprachgebiet statt. Der Vorsitzende erklärte mit
Bezug hierauf, daß die Fehrsgilde als Vertreterin
der plattdeutschen Sprache nicht im Gegensatz stehe
zur friesischen Muttersprache. Sie sehe in dem Frie-
sentum einen wertvollen Bundesgenossen und will
kommenen Mitkämpfer für ihre gute Sache und
wünsche nicht ein Eindringen des Plattdeutschen in
das friesische Sprachgebiet.
Es folgte ein tiefgründiger Vortrag des Pa
stors Tonnesen-Rendsburg über die Bedeutung des
niederdeutschen Bauerntums für die deutsche Zu
kunft. Drei entscheidende Elemente sind es, die
alles Menschenleben mit unserm Volkstum innerlich
verbinden. Zuerst das Hineinwachsen in ein sitt
liches Verhältnis zur Arbeit. Die Arbeit hatte in
den Zeiten unserer Väter und Großväter einen
tiefen Sinn. Der Mensch wuchs durch die Arbeit in
eine höhere Pflicht hinein. Das zweite Lebens
gebiet war das Feiern. Es erwuchs aus der Llrbeit,
war mit ihr innerlich verbunden. In dem Rhyth
mus von Arbeitswille und Feiern lag das wunder
bare Geheimnis der niederdeutschen Heimat. Das
Dritte erwuchs im Elternhaus. Das elterliche Heim
war eine wunderbare Stätte der Erziehung. Die
Schule hatte eine andere Bedeutung, sie war nicht
die Stätte der Erziehung. Alles dies ist anders
geworden. Familie und Art des Volkstums in sei
ner äußeren Prägung ist nicht wieder zu erkennen.
Eine unfaßbare Unruhe, ein Suchen hat unser Volk
ergriffen. Das innerliche Verbundensein, dieser
Rhythmus von Arbeit nnd Feiern ist durchschnitten.
Arbeit und Feiern haben nicht das geringste mitein
ander zu tun. Llrbeit ist nur Zweck, das Feiern eine
Entspannung im Genießen. Ruhe und Gelassen
heit, wie sie dem alten Volksttim eigen waren, fehlen
dem heutigen Menschen des Augenblicks. Dieser
Rekordmensch ist eine der allergrößten Gefahren, in
denen wir heute stehen. Heim, Familie, Sitten und
Glauben hat er verloren, er hat nichts als den
^lugenblick, ständig auf der Suche nach einem Sinn
des Lebens. Die alte Lebensform zerbrach von
außen her. Nach dem Krieg faßte das moderne
Wirtschaftsleben Fuß. Was soll nun werden? Haben
wir aus unserm Volkstum heraus noch die Mög-
lichkeit, die Kraft, eine Besserung zu erreichen. Viel
leicht, wenn wir dem Gedanken nachgeben, daß
unser Dorf nicht eine zurückgebliebene Stadt ist,
und in dem Bewußtsein wieder stolz werdet: darauf.
Damit kommen wir dem Leben, Gott wieder nahe,
vermögen ihm einen tieferen Sinn zu gebeit, hin-
führend zu einer ganz neuen Lebensform, stark ge
nug, um in und um unser Heim herum, auf den
Dörfern eine neue Saat aufbrechen zu lassen, aus
der neues Leben herauswäW.
Das Programm fand eine Bereicherung durch
plattdeutsche Vorlesungen von' Pastor Dittmann-
Neugalmsbüll und den Vortrag von Klaus-Groth-
Liedern von Studienrat Walter. Die Lieder wurden
vom Gemischttn Chor in Niebüll unter der Leitung
von Obersekretär Klatt recht wirkungsvoll zu Gehör
gebracht.
Aus der Mitgliederversammlung am Sonntag
sei folgendes hervorgehoben: Es nahmen 20 Mit
glieder an der von dem Vorsitzenden, Landrat a. D.
Dr. Wachs, geleiteten Versammlung teil. In dem
Bericht des Vorstandes wurde unterstrichen, daß, wie
der Vorsitzende einleitend bemerkte, das verflossene
ein Jahr des Kampfes um die Erhialtung des Mit.
gliederbestandes gewesen sei, ein Jahr des Stillstan
des; aber der Tiefstand sei überwunden. Die Mit
gliederzahl stieg tun zwei auf 884. Beabsichtigt sei,
auch in den nächsten zwei Jahren Gfldegoben an die
Mitglieder zn verteilen, unter denen sich wertvolle
Arbeiten (Balladen) von Albert Mähl befinden
werden. Durch den Ankauf dieser Arbeiten sei auch
ein lebender Dichter berücksichtigt worden. Zu den
Zlufgaben der nächsten Zeit gehöre die Herausgabe
eines plattdeutschen Gesangbuches. Das Vermögen
der Fehrsgilde beträgt 1250 RM., von denen 450
RRt. für die Herausgabe des Gesangbuches benö
tigt werden. Geklagt wurde über die säumiige Be
zahlung der Mitgliederbeiträge. 1200 RM. seien
aus dem verflossenen Jahr rückständig, einige hun
dert Mark noch aus dem Jahre zuvor. — Ein Aus
flug zu Wagen in die Umgegend und am Abend
eine plattdeutsche Theaterauffühnlng gestaltete di«
Tagung anregend und interessant.