Latct angvis in herbä , Es lieget eine Schlang im Kraut / oder Graß verborgen / denn Meine Schlange / eine Otter / eine Spinne oder ander gifftiger Wurm im Grase verborgen lieget / auch an denen Ohrten da es am allerlieblichsten wüchset und am schönsten blühet / wodurch der Mensch beschädiget / und an seiner Gesundheit / ja wol gar an seinem Leben gefähret werden mag Also findet sich bey den Menschen / auch offters / da er in seiner sten Blüet / inseinen gesundesten Tagen / in seiner grossen Freud daher gehet / der Todt als eine gifftige Schlange und Otter im Grase / die ihn sticht und erwürget / eben wie die Schlangen schick chen und sich verkriechen unter das längste und dickeste schöneste Graß / also schleicht und verkriecht sich derTodt / auch ter die grosse Freud / damanissetundtrincket / da man lachet und »auchtzet / da man tantzet und springet / da lieget offtder Todtals einegifftige Schlange verborgen / und kanaus den Lachen ein un - vermutliches Weinen / aus der Freud ein bitteres Klagen / aus dem Hochzeithauß ein tramiges Klaghauß machen / wann eS Gott gefället / Eben wie die Fischeund Vögel unter ihrer Speist Und Ergetzligkeit den Todt antreffen / also finden offters dieMen - fchen unter ihrer zeitlichen Freud plötzlich und unvermuhtlich ihr Ende / darunch auch der Todt ein Dttb genennet wird / Matth - 24 . 4 ? . Apoc . ? . denn er kompt zu der Stund / zuder Zeit / und an dem Orth da wirö nicht vermeynen .
Augenschein ist hie zu sehen / dader Todt auch wie eine giff - tige Schlange im Grase unter die H ochzeitliche Freude sich ver , borgen / und dieser frommen Gottseligen Frawen / da sie ihrer leiblichen Schwester bey dero Tochter Hochzeitlichen Ehren / Ampts - und Blut - verwandnüß halber auffwarten sollen / einen unvermuthlichen tödlichen Stich gegeben / und die Hochzeitliche Freud in ein kläglichesHeulen undIammergeschrey plötzlich ver - wandelt hat . - Hie Egyptier hätten die Gewohnheit / daß sie bey ihren Gastereyen ewnTodtenkopffherumb trugen / unddabey
D sagen