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sind1 , geben wenigstens die Grundlinien dieser innera Biographie und werden unsrem Versuch etwas von dem ganz individuellen Reiz mittheilen , der jedes Wort erfüllte , das Rohde schrieb .
Rohde's äusseres Leben hält sich ganz und gar zwischen den engen Ufern , innerhalb deren sich die Gelehrtenexistenz an einer kleinen deutschen Universität zu bewegen pflegt . Rohde hat weder als Akademiker und wissenschaftlicher beitgeber' , noch als Politiker oder litterarisch - philosophischer Wortführer je eine Rolle gespielt und zu spielen beansprucht . Aber dieser schlichte Lebenslauf gewinnt doch , bei der gie , mit der alle menschlichen Verhältnisse aufgefasst und verarbeitet werden , einen besondern , man möchte fast sagen : heroischen Stil und Rhythmus . Vor allem sind es die ziehungen zu Fr . Nietzsche und R . Wagner , die ihm eine heitliche Bewegung und erhöhten Schwung verleihn und lich auf eine gradezu tragische Katastrophe hinaustreiben .
Ich habe das Alles lediglich als Berichterstatter , möglichst mit Rohde's eignen Worten , darzustellen versucht . Aber wer
1 Die Chiffre der Correspondenten ist , meist mit dem Datum , in gen Klammern beigefügt : [ Cr . ] = an 0 . Crusius , [ E . ] = an die Eltern , [ G . ] — an Th . Gomperz , [ M . ] = an die Mutter , [ N . ] = an Fr . Nietzsche , [ 0 . ] = an Franz Overbeck , [ R . ] = an 0 . Ribbeck , [ Ri . ] = an Const . Ritter , [ Rü . ] = an Franz Riihl , [ Schin . ] = an AV . Schmid , [ Y . ] — an Joh . Volkelt . liche oder mündliche Aeusserungen Rohde's sind durch eckige zeichen ( » — « ) markirt . Wie ich den Correspondenten Rohde's für das trauen , mit dem sie mir manches sehr intime Schriftstück zur Verfügung stellten , zu danken habe , so ganz besonders Frau Geheimrath E . Ribbeck und Frau Dr . E . Fökstek - Nietzsche , die mir in den Nachlass der beiden ältesten Freunde Rohde's Einblick gewährten ; ohne diese Unterstützung hatte ich von einigen kritischen Jahren in seinem Leben keine wie genügende Darstellung geben können . Ausserdem haben mich binger Hörer Rohde's ( W . Schmid und E . Holzer ) sowie Heidelberger Freunde ( in erster Linie Fk . Schöll ) durch werthvolle Mitteilungen und Berichtigungen ( bei der Correctur ) zu Danke verpflichtet . Vor Allem aber möcht ich auch hier der Gattin Rohde's gedenken , die mir , dem sie sich mit dem Plan und Geist des Ganzen einmal befreundet hatte , bis in ihre letzten Lebenstage eine treue Helferin gewesen ist . Willkommene Unterstützung beim Beginn der Arbeit bot mir der Nekrolog Schölls ( s . Kl . Sehr . I S . XXIII ) und der biographische Abriss von W . Schmid ( im 'Biographischen Jahrbuch f . d . kl . Alterthumswissenschaft' 1899 S . 87 ff . ) . Wegen des beigegebenen Bildes vgl . Kl . Sehr . J S . XXIV . Es stellt Rohde im dreissigsten Jahre dar , den Verfasser des Griechischen Romans .