Full text: Erwin Rohde

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Scenica . Platonische Studien . 
Rolide bei der Behandlung des Pollux begonnen und bei legenheit seiner Vorlesungen über Bühnenalterthümer weiter geführt hat . Als sichtbarer Ertrag liegen vor Allem seine schönen Scenica vor uns , Rhein . Mus . XXXVIII1883 ( = Kl . Sehr . II 381 ) : ein Muster für die Behandlung eines spröden , wortkargen Zeugnismaterials . 
Aus diesen , die verschiedensten Gebiete streifenden ten , löst sich eine Gruppe als die bedeutsamste los : die Beitrüge zur Geschichte der antiken Philosophie und Religion . 
Mochten sie in ihren ersten Anfängen auf Anregungen der Studentenzeit zurückgehn , so sind sie doch erst in der solchen Studien besonders günstigen Luft der schwäbischen Hochschule voll herangereift . Seine Ansicht über die nische Philosophie und Schriftstellern hat Rohde , der ein stark besuchtes Colleg über Plato regelmässig zu lesen pflegte , in ihren Grundzügen hier festgelegt1 . Die erste und einschnei - denste schriftstellerische Leistung ist die Untersuchung über die Abfassungszeit des Theätet in den Jahrbüchern für Philologie 1881 ( S . 321 = Kl . Sehr . I S . 256 ff . ) . Rohde hat seinen satz in einer ganzen Keihe von polemischen Darlegungen , zu - 
holt auch von metrischen Einzelproblemen die Rede . »Das Neueste aus dei - Metrik ! ich muss Ihnen doch ein kostbares §p ( iaiov , das ich eben gemacht habe , brühwarm inittheilen . Ein Herr Gleditsch hat bekommen , dass der Saturnier ein quantitätsloser Vers vom trochäischem Rhythmus ist mit je 4 Hebungen in jeder Hälfte . Also so muss man nunmehr lesen : dábunt málum Métellí ¡ Naévió poétaé , zu singen nach der Melodie : 'Alle Vögel sind schon da , Alle Vögel , alle' , oder auch , je nach dem rftoç , 'Rairisch Bier und Leberwurst'« [ R 22 VIII 85 ] , Und später , nach einem Hinweis Ribbeck's auf andre 'philologische Unver - ständlichkeiten' : »Ich finde dieses dábunt málum Métellí doch noch naiver als den Kellerschen Rülps - Rhythmus : dábunt málumMetélli ; nicht einmal der Wortaccent wirkt ja nun mehr recht , es ist das einfache finstre Mittelalter ! So wie die Studenten , nach bekannter Melodie singen : Integer vitae etc . « [ 26 X 85 ] , 
1 Im Sommer 1881 schreibt er an Ribbeck : »Denken Sie , dass ich mir vorgesetzt und durch die Einleitung zu meinem Colleg über Plato's Symposion mich selbst gezwungen hatte , den ganzen Plato in Einem Strich nicht nur durchzulesen , sondern die einzelnen Dialoge zu excer - piren und ganz eigentlich ins Haus zu schlachten . Jetzt bin ich damit durch und habe mir einen ungeheuren Klotz in der Litteraturgeschichte aus dem Wege geräumt , auch viel dabei gelernt ; aber welche Arbeit ! Selbst die Pfingstferien sind dabei vollständig im Plato ersoffen ; ich habe keinen Schritt aus Tübingen hinausthun können . «
	        
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