134 Leucipp . Mysterien . Religionsgeschichte .
verweist Rolide auf Grand einer Aeusserung Epikurs den bei Aristoteles und seinen Nachfolgern als Lehrer Demokrits zeichneten Leukippos in das Reich der litterarischen Schatten . Damit führt er uns wiederum auf weitreichende principielle Fragen , leider ohne eine völlig durchschlagende Lösung zu bieten . Aber die von Rohde voll gewürdigten Einwände von H . Diels geben uns docli noch nicht die Empfindung , auf festem Boden zu stehn . Die letzte Schrift über das Aporem — Dyroffs Demokritstudien — schlägt sich allerdings mit vieler Zuversicht auf die Seite des Gegners und sucht dessen Beweisführung durch allgemeinere Erwägungen zu ergänzen . Rohde würde aber vermuthlich auch jetzt noch seine princi - piellen Vorbehalte machen ; die Autorität der litterarischen Data des Aristoteles , denen gegenüber er sich schon in einer Jünglingsschrift keineswegs gebunden fühlte 1 , müsste noch mal in grösserem Zusammenhang vorurteilsfrei geprüft werden .
Schon in den Zeiten der Leipziger Societas hatte sich Rohde mit Heraklit eingehend beschäftigt , wenn er seinen »ewig problematischen« Lehren auch kühler gegenüber stehn mochte , als Nietzsche 2 . In Tübingen wurde vor Allem das hältnis der heraklitischen Gedankenwelt zur Religion sucht , wobei sich Rohde zuPfieiderer im Gegensatz sah . Heber die eleusinischen Mysterien hat Rolide seine radicalen Ansichten schon 1880 in einem Museunisvortrag entwickelt , und seine zwei Jahre später der Dienstagsgesellschaft dargebotenen tungen 'über einige Vorstellungen der Hellenen inbetreff der Fortdauer des Menschen nach dem Tode' spinnen unverkennbar den Faden der 'Psyche' an . Auch seine Schüler wies er gelegentlich auf Probleme aus der alten Religionsgeschichte ; so hat er durch eine Preisaufgabe Untersuchungen über die hermetischen Schriften angeregt , die freilich ( wie manche brave Tübinger Arbeit ) nicht veröffentlicht sind3 . Druckfertig ma elite R . von derartigen Untersuchungen nur Weniges , vor Allem den
1 Vgl . auch Kl . Sehr . I 252 .
2 Vgl . die Anzeige des Schuster'schen Heraklit im Centralblatt 1873 = Kl . Sehr . I 194 . Psyche II2 S . 154 .
3 Der Preisträger war H . Mkltzer . In Rohde's Handexemplaren fand sich'Werthvolles , aber schwer Verwerthbares zum Hermes Trismegistos' : Fr . Schöll , zu den Kl . Sehr . I S . XXIII .