Full text: Erwin Rohde

162 Seminar . Arbeiten der Schüler . 
Art und die Studien eines Jeden einging und ihm heit gab , zu zeigen , was er wusste und konnte . 
Im Seminar freilich schien »ein weniger guter Jahrgang zu wachsen . « »Gar kein Talent« klagt Rolide ; »in berg fehlte es daran nie , nur an der Absicht , das Talent in Zucht zu nehmen« [ 2 VIII 87 ] . 
Wie streng es Rohde mit all diesen Pflichten hielt , zeigen seine Briefe und Berichte . AVer mit der Absicht kam , des Lehrers Hilfe für eine ernsthafte Arbeit in Anspruch zu nehmen , für den hatte Rohde auch in diesen schweren Jahren stets Zeit und guten Rath . So entstand damals auf seine Anregung manche brauchbare Erstlingsschrift , darunter die ( in Kiel geschlossene , von Rohde ursprünglich auf ein ferner liegendes Ziel dirigirte ) Untersuchung des Holsteiners Cornelius Hölk de symbolis Pythagoreis 1 und das feine Büchlein 'Griechische Märchen von dankbaren Thieren und Verwandtes' , dessen Verfasser , A . Marx , Rohde von Tübingen nach Heidelberg gefolgt war . 
Was Rohde »von Heidelberger Musse vorgeredet worden war« bestätigte sich in den ersten Semestern durchaus nicht , und »an zusammenhängende Arbeit war wenig zu denken« , zumal bei der Zurückhaltung , die ihm sein Leiden auferlegte . 
So gelang es Rohde nicht , das »ungethümliche Opus« , über das er gern in geheimnisvollen Andeutungen sich ergeht , »recht in Bewegung zu bringen . « Zwar wurde weiter sammelt und herumexperimentirt , aber eine organische derung des Ganzen wollte sich nicht herausbilden bei dieser Satansmaterie , in der der causale Zusammenhang und logische Fortschritt von Capitel zu Capitel eigentlich ein wesentlich 
1 Als ich in den Neunziger Jahren einen Hörer über die symbola Pythagorica arbeiten lassen wollte , setzte mich Rohde von Hölk's sichten in Kenntnis . »Ich konnte nur einen Theil der Arbeit wachen« , schrieb er später , »kann daher das Ganze auch nur sehr theil - weise billigen ; der Yf . hat meistens seinen Eifer auf Erörterung der Quellenfrage verwandt , die ich ihm rieth , ganz kurz zu erledigen . . . , die Sachen , nämlich den Sinn und Ursprung der einzelnen aüjißoXa , lässt er fast völlig unberührt , eine wirkliche kritische Sichtung und Darlegung der verschiedenen Schichten der aO ( ißo> . a fehlt auch — kurz , es giebt noch genug zu thun . Immerhin ist das Thema nun 'angeschnitten' und wohl kaum noch zu einer völligen Neubearbeitung geeignet« [ Cr . 10 II 95 ] .
	        
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