Full text: Erwin Rohde

Unsterblichkeitsglaube und Dionysoskult . 183 
zugewandte griechische Leben eingedrungen sind1 , und zwar eingedrungen sind als fremde Eroberer aus dein lande Thracien2 . Rohde selbst wusste sehr wohl , dass hier das Gebiet des nicht ganz Beweisbaren , sondern zum Theilnur durch Nachdichtung und Nachempfindung zu Erreichenden« in seinen Ausführungen beginnt . »Aber auch da — wo nysos hineintost — habe ich nicht einem Einfall . . sondern sogar am meisten einem langen Hin - und Herbedenken gegeben . Es ist gar nicht wahr , dass'Unsterblichkeit' , lich gefasst , in den Eleusinien gelehrt wurde . Plutarch , wo er ( Consol , ad uxor . ) sagen will , worauf sich seine Unster b - keitshoffn ungen begründen , nennt bestimmt die nysosmysterien 3 . Das allein würde die Richtung zu weisen genügen . Tausend Anderes kommt dazu . Im Dionysoscult aber k a n n der Keim des Unsterblichkeitsglaubens gar nicht anderswo gesucht werden , als in der ixoxaatç , in seinen sichten und Offenbarungen . Das war das Grobe meiner Ur - betrachtung , und alle genauere Betrachtung und Ausführung bestätigt mir nur von allen Seiten die Richtigkeit meiner fassung . Dass zu dem 'wüsten Taumel' der dionysischen Weihen die Speculation treten musste , um den griechischen Unsterblichkeitsglauben zu erzeugen . . . sage ich selbst ein Dutzendmal , und besonders auch , wo ich vom Orphikerthum rede . . . « [ Cr . ] . 
In der That , dass Rohde's Annahme das gerade Gegen - theil eines flüchtigen 'Einfalls' war , weiss Jeder , der Rohde's wissenschaftlichem " Werdegang auch nur von Weitem gefolgt ist . Wesen und Bedeutung des Orgiasmus hatte das despaar schon in Leipzig beschäftigt4 . Nietzsche suchte dann , in der 'Geburt der Tragödie' , dem Räthsel mit den Formeln der Schopenhauerischen Philosophie beizukommen , während 
1 Früher hatte er anders geurtheilt , s . Cog . 53 u . Ae . 
a Die folgenden Aeusserungen ( aus Briefen an mich ) meinte ich , bei der Bedeutung der Frage , im Wortlaut mittheilen zu sollen . 
3 Gemeint ist die wichtige Stelle p . 611 D : - xa : a loiv àXXcuv àxoû - E . IÇ , oí TTEÍS - ouoi TtoXXoùç Xéyovxeç ; <bç oùîèv o08a ( ifl x<f> 8iaXu9 - évxt - / . axòv oùSè Xu7iv¡póv ëaxiv , oTS' Sit xu ) Xús' . as raaxsÚEtv ô îtàxpioç Xdyoj y . xì xà ¡luaxixà aujißoXa xffiv nspt xèv Aióvuaov ( òv , a oúviojiev àXX^Xoij oE xoivœvouvxsç . 
4 Vgl . oben S . 18 . 57 .
	        
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