Full text: Erwin Rohde

Karlsruhe . Vortrag über den Roman . Dissertationen . Aufsätze . 199 
herausgetreten ; zumal bei seinen Dienstreisen zeigte er gerade in den letzten Jahren mehr von seiner Persönlichkeit , während er sich früher oft gründlich ausgeschwiegen hatte ' . Die derung , in dies schöne Land hineinzufahren« , war ihm im Grunde stets willkommen . Als er im Herbst 1895 veranlasst ward , am Grossherzoglichen Hof in Karlsruhe einen Vortrag zu halten , begrüsste er es mit Genugthung , dass man dort »von seiner altmodigen Discipline etwas wissen wolle . Sein Thema entnahm er dem Gebiet seiner Erstlingsarbeiten , auf das sich damals seine Blicke zurückwandten : der Geschichte des Romans . Es waren starke und wohlthuende Eindrücke , die er aus Karlsruhe heimbrachte bei dem ersten Blick in eine ihm bis dahin ganz fremde Welt . Vor dem echten Adel dieses Fürstenpaares bat sich der alte Hanseat gern gebeugt2 . 
Seine Lehrthätigkeit an der Universität liess ihm damals manche freie Stunde , zumal die Zahl der Hörer immer noch niedrig genug war und blieb ; doch ist auf seine Anregung und unter seiner Aufsicht eine Anzahl tüchtiger Promotionsarbeiten zu Stande gekommen3 . So konnte er wieder aus dem Ganzen schaffen , die alten Arbeiten weiter pflegen lind Pläne zu neuen anspinnen . Er ist , wie ein Jäger auf dem Anstand , stets auf dem Posten , wenn die wunderbaren Entdeckungen dieser Jahre in das Revier seiner Interessen herüberstreifen . Bald wird eine merkwürdige Inschrift formell und inhaltlich erläutert und der Name ihres Verfassers nachgewiesen ( Philol . LIV 11 ff . ) 4 , 
1 Nach den Erinnerungen Badischer Collegen . Von der Erledigung dieser Aufträge liess R . sich nicht leicht abhalten ; gelegentlich ging er mit der Empfindung , ein Halbkranker zu sein , auf die Reise und wurde wohl auch einmal mitten in der Arbeit von seinem Leiden heimgesucht . 
2 Ueberzeugter Monarchist war Rohde seit seinen Jünglingsjahren , s . oben S . 48 . — Die drei bedeutsamsten Beiträge zur Geschichte des mans , mit denen der zweite Band der Kleinen Schriften eröffnet wird , sind in den Jahren 1894—1896 geschrieben . Rohde hat es sehr bedauert , dass er nicht Gelegenheit hatte , diese Studien in einer neuen Auflage seines Buches zu verwerthen . 
3 Ueber die Gazäer ( Seitz ) , Parthenios u . Ae . 
4 In der Beurtheilung des Grenfellschen Fragments begegnet sich Rohde mit einem Aufsätzchen aus meiner Feder , auf das er nachträglich hinweist ( vgl . Philol LV S . 358 ) . Da zu dem Aufsatz über die Inschrift aus Talmis ( Philol . LIV ) in der Vorrede der 'Kleinen Schriften' nur einige textkritische Einzelheiten nachgetragen sind , mag hier nochmals auf ihn
	        
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