Full text: Erwin Rohde


200 Papyrusfunde . 
bald findet eine nenentdeckte Dichtling auf Grund metrischer und ästhetischer Ausweise den rechten Platz imlitterargeschichtlichen Fachwerk ( Beri , philol . Wochenschr . 1896 , 1045 = Kl . Sehr . II 1 ö' . ) . Alte schon in Tübingen angefasste Probleme , wie die Zeit des 'Philopatris' , kommen zum Abschluss ( Byz . Zeitschr . YI 1896 S . 475 ff . = Kl . Sehr I 411 ff . ) . Auch Herondas und der Aristotelische Athenerstaat wurden jetzt »mit freierem Sinn« im Einzelnen durchgearbeitet und in Seminarübungen ver - werthet , und die immer wieder in fast beängstigender Fülle lieranfluthenden Papyrusfunde nicht nur für die Zwecke der Psyche ausgenutzt . 
Gerade solchen neuen und neuartigen , von den schen Comparsen oft mit verlegenem Lächeln begrüssten scheinungen trat er mit einer Frische und Elasticität des Empfindens gegenüber , die von Altern und Einrosten haftig nichts verspüren liess . Man höre nur seine Charakteristik des ganz uud gar 'unklassischen' Grenfellschen Liebesliedes : »Es ist keine geringe Poesie . Die Leidenschaft des Herzens , das sich ratblos auf den Dornen seiner Schmerzemptindung hin und her wirft . . . ist mit grosser Wahrheit ausgesprochen , durchaus ohne herkömmliche Phraseologie , in einem der natürlichen Empfindung aufs engste angeschmiegten Ausdruck« . Diese bescheidenen Beste eines spätantiken Bealismus waren doch einmal wieder Kunst aus erster Hand , im Boden eines naiven Lebens wurzelnd , gesund und triebkräftig — und vielleicht wirklich der Ansatz verschollener grösserer Bildungen1 . 
hingewiesen werden . Bemerkenswerth ist das von Rohde entdeckte stichon ( ííxo'jpúov sYPot' - ^oc ) , noch bemerkenswerther wäre der ( S . 12 ) angenommene Wechsel von Sotadeen und akatalektischen Tetrametern , wenn die beiden Belege sicher wären . Interessirt hat Rohde die Inschrift als Document spätantiker Religionsgeschichte und als neues Beispiel für die Trauminspiration der Poeten ( s . oben S . 60' ) . Den schwierigen gang deutet er so : »Maximus soll auch im Schlaf ( als Dichter ) thätig sein . Ein Traum bringt ihn an den Nil ; er hört unter den Nymphen die Musen singen ; er selbst bringt sein Gedicht zu Stande . . das er auf Geheiss des [ Sonnengottes ] Mandulis selbst nun nach Talmis bringt und dort anschreiben lässt . < 
1 Vgl . Kl . Sehr . II S . 8 . 26 . Die ästhetische Empfindung , die solche Urtheile bestimmt , war in Rohde schon lebendig , als er der Kunst der Hellenisten ( im 'Roman' ) ihr eignes Recht und Gesetz zuwies . Vgl . auch oben S . 67 . Wunderlich genug , dass immer noch ( z . B . in der praefatio
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.