226
Anhang .
17 .
TJebrigens wäre eine dankbare Aufgabe , zu untersuchen , ob nicht das griechische Drama , statt in den üblichen Fabeln , mehr in der Darstellung der Mysterien seinen Ursprung habe . Seltsam wäre ja , wenn dem nicht so wäre , da in dieser stellung schon vor der Einführung des Bühnendramas , eine ständig entwickelte dramatische Vorführung fremder Leiden und Thaten ausgebildet war . — Sollten also die ax7¡v»'j aus der stellung der Priester , der Chor aus der schauenden Gemeinde der Mysten hervorgegangen sein , die in Eleusis wie im Theater nicht ganz müssig war , aber mehr den Stimmungen als den Thaten Verkörperung gab ? 20 . Juli 70 .
18 .
Das ist das grosse Wesen der echten Tragödie , dass es so viele differente Deutungen zulässt , von denen jene wie diese gleich richtig sein mögen : freilich wohl nicht gleich tief , wie denn auch das Weltall von vielen Seiten betrachtet werden darf , ohne dass doch die subjectiv gleich berechtigten Standpuncte objectiv von gleichem Werthe wären . . . '
* *
*
1871 .
19 .
Eigentlich geht es uns beim Aufnehmen eines tief den und ergreifenden Kunstwerkes , wie den Weibern des Achill : sie weinten um den Patroclus nátpoxÁov 7tpócpaaiv , a<p & v ô'aùtwv xYjSc' éxáair ; ( II . T 802 ) . Optimistische Flachköpfe können her nie wirklich tragisch ergriffen werden . 26 . Mai 71 .
1870 . 71 .
Die 'Jetztzeit' hat ein vortreffliches Mittel gefunden , sich
1 Ks folgen Schopenhauerisch gefärbte Betrachtungen über bildende Kunst und 'Sprichwörter' aus italienischen Novellen ( Bandello ) und aus Arnold's 'Pfingstmontag' , auf den R . wohl Goethe geführt hatte , mit dem Datum 8 . Aug . 70 .
* Die folgenden Bemerkungen 20 ff . schliessen mit späterer Schrift ( z . Th . mit Daten ) an die Notiz vom 5 VII 68 in dem Quartheft an . Die ersten Nummern werden aus dem Jahr 1870 oder 1871 stammen .