Full text: F bis J (Zweiter Band)

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Hoot — hopp 
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609. Bettelreim reisender Handwerksbur 
schen: ik wünsch ’n fröhlich Nie fahr, dick 
fett Swien stacht, Braatzwetschen sünd ok 
wull good, ik wünsch mi düchtig wat in ’n 
B. (wohl nicht bodenständig); ein hd. 
Spruch bei Diermissen, Muuskist S. 47 
(1862). — Aberglaube: Ein Strohhalm in 
der Stube bedeutet Besuch von einem Mann 
Ir iit Hut. Eichenblätter im Hut schützen vor 
Wundlaufen der Füße (Dtm.). — Unsicht 
bar machende Hüte (Häutens) in der Sage 
von den Unterirdischen s. Heim. 34, 18. 
Hut, der angeblich vom Zahlen der Zeche 
befreit, im Döntje „De Buur un de Stu 
denten“ s. Wisser, Volksmärchen 2, 135 f. 
■ Ein Wadenzug bei Eckf. soll Hoot hei 
ßen, weil dort oft ein alter Fischer arbei 
tete, der wegen seines eigenartigen Hutes 
bekannt war (? vielleicht zu mnd. hode, 
hudef); vgl. Heim. 8, 109. Die Ellerbeker 
Fischer bezeichnen den wechselnden Ertrag 
des Fanges durch den Keim: een Tog ’n Hoot 
v °ll, anner Tog ’n Boot voll. — Zsstzgen: 
Hoot-kapp f. „altmodische Kopfbe 
deckung“ Dw. (ausgest.). — köppels n. 
»der Teil des Hutes, der den Kopf bedeckt“, 
also ohne den Rand; nur bei Sch. 2, 322. 
Baker m. „Hutmacher“, auch Höt- 
ier fhödza) Holst. 1800 (Sch. 2, 159) Dtm. 
Wm. (abst.), Meggerkoog und H ö t g e r 
(hadga) Flensb. dat is ’n Ünnerscheed as 
^wischen König Salomo un Jörn Hootmaker 
^ng. Flensb. Hollingst. (Treene) FL. Scherz 
haft auch Koppschooster genannt; vgl. die 
Friamel bei Groth 1, 59 en Koppschooster 
en Hootmaker: dat is twee un twee 
en erlei. Vgl. —warker. — nasch f. „Hut 
schachtel“ Mh. (veralt.), dafür jetzt Hoot- 
*chachel. —schidder m. Neckname Dw. 
(veralt.). —warker m. „Hutmacher“ 
®dtm.; vgl. —maker. 
Hop (hob) m. „Haufe“ s. Hoop. 
Hopa (ho-pa) Hadem, (vereinz.) Schw., 
H°Pe (hö-bd) Stap., Hopper (hoba) Itz. 
Hramst. „Großvater“, in der Kindersprache, 
ßb Hobbe, Homa. 
Höpen (höbrp) 1. „Haufe“ s. Hoop. 2. 
Horf i n Sdtm. s. Hoop (Flurnamen). 
Hopp 1 (hob) m. „Hopfen“ s. Hoppen. 
Hopp 2 (hob) 1. Familienname, so vull 
?? H. „ganz voll“ Stap. Heine H. scherzh. 
»Hikkönig“; hat man beim Kartensp. 
'»Sechsundsechzig“) Pik-könig und -dame 
suf der Hand, so sagt man: töf, töf, Heine 
• un sien Swiegermudder Plön. Feminin.: 
‘pPpsch Schelte; oll H. = oll Jitt (s. d.) 
ib. — 2. Bezeichn, für ein altes Pferd. 
0 c Hopp ~ 0 i e Krack (Hgn) Ang. 
. “opp (hob), seltener hupp (hub) Inter- 
e ktion zur Bezeichn, einer hüpfenden Be 
wegung. Mit einem ermunternden hopp! 
setzt man über einen Graben oder fordert 
man einen anderen (auch Tiere, z. B. einen 
Hund) auf, über etwas hinweg zu springen. 
hopp! oder h. torüch (h.-trüch) ruft man 
den Pferden zu, wenn sie hoppen (s. u.) 
sollen. Daher wohl: he wgr gans h. „über 
rascht“, „bestürzt“, „er erschrak“ (Ang.) 
wie die Pferde, wenn man ihnen h. zu 
ruft, weil sie die Kückwärtsbewegung nicht 
gern machen. — h. wird gern in Knie 
schaukelreimen gebraucht (vgl. hott): h., 
h„ h. na Mijhlen usw. oder hoppe, hoppe 
lii)le usw. s. Mi)hl. hoppe, hoppe Rüder 
usw. (aus dem Hd.) s. Kock, Schwansen 2 
S. 455. dor wgr mal ’n lütten Wgwer-(Buurn-, 
Kgken-, Schooster-)jung, h., h., h. usw. s. 
Wgwerjung. Anderes s. bei Beer I, 266 
Mitte. Fangball II, 17 u. Heim. 23, 336 f. 
24, 171. 299. 30, 9. — Ableitungen, Weiter 
bildungen und Zsstzgen: Hopp-dans m. 
„Hüpftanz“ Holst. 1800 (vgl. Sch. 2, 162); 
vgl. Hopsa (s. u.). — ho pp-di (ho-bdi), 
h u p p d i Interjekt. = hopp, h., mit ’n 
Wuppdi („Schwung“) ik up di (sitt ik up 
di Kh.); fortgeführt und dann als Rätsel: 
ik heff en Ding, dat kettelt di (gespornter 
Reiter auf dem Pferd) Kk. — hopp-di- 
lopp, - diedel-hopp, - diedel-lopp 
(auch mit u für o), hupp-di-wupp 
Interjekt. zum Ausdruck der überSchäu- 
menden Lebenslust; bes. im Trinklied (s. 
II, 339o.). — Hupp-drpsel f. eigentl. 
„Hüpfdrossel“, scherzh. für eine Person mit 
hüpfendem Gang (Ndtm.). — Hoppe- 
kaar („-karre“) f. „Sturmhut“, „blauer 
Eisenhut“ Ndtm.; vgl. Adam un Eva I, 42, 
Holtscholi. — h u p p e 1 n (hubln), hup. 
pern (huban) sw. v. 1. „hüpfen“ Dtm. 
se hüppt un kuppelt um’e Wett. Dazu: 
Huppeldraff m. „halber, gemächlicher Trab“ 
Dtm.; vgl. Suckeldraff. — 2. meist von be 
benden Auf- und Abbewegungen, auch 
hoppeln; z. B. wenn man mit einem 
Wagen über holpriges Pflaster fährt oder 
über einen mit einer Pflanzendecke bewach 
senen Morast geht: dat hoppelt so; ein hol 
periger Weg ist hoppelig Hohn, hopperig; 
unsicheres, mit Grün bewachsenes Erdreich 
heißt Huppet, Hubbel Ndtm., bes. die Gras 
decke, die die Wiesengräben überwuchert, 
sodaß sie mit dem Huppel-haak (vgl. Klei- 
haak) gereinigt (s. op-huppeln, -Öwern) wer 
den müssen (Ndtm.); s. Nd. Jb. 32, 136. Es 
huppert und stößt im Bauch des Pferdes, 
wenn es wiehert (Rdsbg.). — 3. „vor Frost 
zittern“, „frösteln“; vgl. howwern. he hup. 
per (huppel) vor Kult Dtm. Wm. FL. h. un 
bgwern Dtm. Dazu: hupperig adj.: dat is 
h. buten „ungemütlich kalt“ Wm. — hop
	        
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