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Anhang .
mir's so : Jean Paul vernahm die Welt und ihre Art mit einem ganz andern Organ , als dem Auge , und nun will er , als Epiker , doch das Vernommene dem Auge des Zuschauers stellen . Das giebt dann eine wunderliche Incongruenz . Er pfand , so scheint es mir manchmal , die Dinge der Welt wie ein Musiker . Und dass er nun doch kein Musiker war , macht eben die so leicht zu bemerkende Halbheit seiner übung aus . 24 I 74 .
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Eine historische Betrachtung hat solange mit der C u 11 u r nichts gemein , als sie nicht ihr Resultat zu einem Motive für den Willen zu machen im Stande ist . Jetzt bringt man nun gar die Religion den Kindern historisch bei ! Das liegt nun allerdings in der Consequenz : aber doch , welche Stumpfheit des Gedankens ! Lehrreich wäre es , einmal in der Geschichte der classischen Philologie den Weg von der wirklichen Culturbedeutung dieser Studien zu ihrer vollen Historisirung zu verfolgen .
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Wird schon in der Malerei viel geheuchelt ( cf . Pabrikbilder von Pietro Perugino mit der unempfundenen Frömmigkeitsver - ziickung u . dergl . ) , wie viel wohl gar erst in der Musik ! Ich habe wenigstens diesen Verdacht oft auch berühmten Maestri gegenüber , sonderlich dem wackern Mendelssohn . Ob der sich z . B . , bei seiner scheusslichen Ruys - Blas - Ouvertüre irgend etwas gedacht , irgend etwas empfunden hat ? Nun aber die Qual für den Hörer , der mit ehrlichem Willen einen inhalt zu suchen sich abquält , der in dem leeren Geklingel haupt nicht liegt !
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Der Teufel hole das 'historische Begreifen' grosser Genien ! Nie lehrt es uns mehr , als die Schranken , die einseitige bung der Werke grosser Menschen kennen , aber was lehrt es uns denn von ihrem tiefen , beglückenden Wesen ? Was hilft uns all der Plunder zum Verständnis Shakspeares ? Und dabei