Cogitata 1874 .
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die Glückseligkeit des 'Eulengeschlechts' , wenn sie an solch ein 'Historisches' sich klammern , daran herumknuppern , ein senken in das unergründliche Wunderwesen des Genius sich nun erlassen und tamquam re bene gesta sogar dicke Bücher über XX 'und seine Zeit' schreiben können ! Welche Absurditäten dabei zu Tage kommen , zeigt wohl nichts klarer , als die Thor - heiten , die man liber Kleist debitirt . Den soll das Unglück Deutschlands getödtet haben ! Als ob das für ihn etwas anders gewesen wäre , als ein freilich gar zu nahe liegendes Symbol für die ewige Noth , Gedrücktheit , Trübseligkeit der Welt , der Menschheit , deren Empfindung , zu einer persönlichen Qual steigert , dies schwere Herz unaufhaltsam in die dunkle Tiefe , in die bewusstlose Nacht zurückzog !
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Ich bin darum ein gar so schlechter Conversateur , weil ich allzu ungeduldig stets Uber die banalen Zuriistungen zu banalen Resultaten wenigstens doch zu diesen Resultaten gleich springen möchte , während freilich wohl das bürgerliche gnügen gerade in dem bedächtigen Menuettschritt besteht , mit dem man gemeinsam das ganze ABC von Thorheiten bis zum Z gemessen durchwandelt .
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Ein nicht allzu eitler Autor kennt die Mängel seines Buches darum am Besten , weil er allein den grossen Abstand von der Idee in seinem Kopfe zu dem etSwXov in seinem Buche kennt . Denn die andern können doch nur aus dem e ? 8 ( i ) Xov auf den Glanz der ìSéoe dunkel zurückschliessen . Der Kritiker ersetzt nun freilich diese Autor - Unzufriedenheit überreichlich , indem er das eiStoXov an irgend einem unverschämten Luftgebilde misst , das ihm seine klugen Kannegiessergedanken eingeben .
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Der G e n u s s eines Kunstwerkes besteht vielleicht sächlich darin , dass durch die Production — bei dem Künstler , und durch die Reproduction — bei dem Hörer und Schauenden , jene Schöpferkraft in Bewegung gesetzt wird , die