Full text: Erwin Rohde

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Anhang . 
unheimlich grosser Leidenschaft auftaucht . Die Alten verstanden wesentlich , im künstlerischen Sinne , nur eine gezähmte , milde , freigiebige , 'schöne' Natur . Darf man ihren Musiksinn sich ähnlich eingeschränkt denken ? 
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65 . 
Wie die innern Theile des Menschen — Herz , Magen , geweide usw . — ohne unser Zuthun , ohne unser begleitendes Be - wusstsein sich bewegen und arbeiten , und nur unsre äussern Glieder , in ihrer Bewegung und Thätigkeit , von unsrer bewussten Willkür regiert werden : so können wir freilich unseren Intellect nach Gutdünken , wenn auch innerhalb bestimmter Grenzen , frei bewegen , aber unser Wille , alles Moralische an uns , operirt im Stillen , unbemerkt , von Willkür unbeeinflusst , meist ohne uns recht bewusst zu werden , weiter . Es ist fast schon eine Krankheit , wenn die verborgene Arbeit unserer innern Theile und unsres Willens uns ins Bewusstsein treten . 
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1876 . 
31 . 1 . 76 . 
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66 . 
Ach , die Musik ! ihr danke ich doch gewiss den poetischen Inhalt meines innersten Wesens . Erinnere dich , liebe Seele , der seligen , überwallenden Trunkenheit , in der du umherwandeltest , während , in meinen Knabenjahren , Mama allerlei Lieder sang , die mich seitdem nie wieder losgelassen haben . Denke an die goldenen Gärten des Glückes , in welche du versetzt wurdest , während ( Frühjahr 70 ) Nietzsche dir aus den 'Meistersängern' spielte : „ Morgendlich leuchtend " . Das waren die besten Stunden meines ganzen Lebens . 
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671 . 
Mit dem Mythus mag es ähnlich sein , wie mit der Musi k . 
1 Das Folgende mit andrer Schrift und ( bläulicher ) Tinte ; es scheint aus erheblich späterer Zeit zu stammen , als das Umstehende .
	        
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