Cogitata 1877 .
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Inhalt ist ja ganz und gar beschlossen in seine Darstellung : es bedeutet nichts , als sich selbst . Und dennoch : ein Kunstwerk ist eben etwas nicht rein Individuelles : etwas Typisches , Vorbildliches ist immer darin . Darum weiset es eben doch über sich selbst hinaus . Nur <ist> nimmermehr sein Inhalt durch Begriffe zu umspannen . Dem Inhalt des werkes <^ist> eben der einzig angemessene Ausdruck das werk selbst . Könnte man diesen Inhalt in Begriffe fassen — nun , so thäte man's . Es giebt aber eine Gattung der kenntnis die sich nicht in Begriffe , sondern in gestaltete Typen und vorbildliche Vorgänge umsetzt . So ist es denn auch mit dem Mythos — und wohl auch mit den Myste - rienerscheinungen . — So ist es : aber wir sind so seltsam geartet , dass uns ein in Begriffe nicht auflösbarer Rest in einer Sache ängstigt : für u n s r e Art zu verstehn , bleibt so etwas unverstanden . Und dabei wollen wir's lassen . Die Griechen verstanden ihre Mysterienerscheinungen ( wie sehr ihnen die Begriffe fremd waren , lehrt wohl nichts klarer , als deren fort eintretende Hypostasirung zu ìSéat bei Plato — was eben auch viel mehr als blosser Begriff ist ) . Was die Griechen nun den 5pci ) , £va entnahmen ? Ahnungen . Aber solche Ahnungen , die sich nicht in Begriffe umsetzten , in Sätze , Lehrsätze . mand wohl hätte diese Spdbfxeva schlechtweg in Àsyó [ Jt£va setzen können , auch der Hierophant nicht . Ist aber diese Art der Belehrung nicht gerade die bei göttlichen Dingen zeigte , einzig rechte ? 28 . 10 . 77 .
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Mysterien . ( Schluss ) . Zuletzt aber , möge er auch Schleier nach Schleier von dem Hintergrunde der Welt abziehen , sieht der Mensch , in endlosen Wiederspiegelungen , doch immer nur — sich selbst1 .
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Das Glück ist nicht ein an den Menschen herantretendes Factum , sondern nichts als die Spiegelung der Dinge in seinem
1 Wohl , wie 79 f . , Bausteine zu einem Vortrag über Mysterien und Unsterblickkeitsglauben , s . oben S . 119 . 134 .