Full text: Erwin Rohde

Uebersiedlung nach Leipzig . 
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noch nicht gedrungen , denke aber in den nächsten Wochen meine Arbeit fertig zu machen . . . Freilich , was habe ich viel davon , wenn Ritsehl fortgeht , ehe ich ordentliches Mitglied werden kann ! « [ E . 12 VI 65 ] . 
Nach diesen Aeusserungen kann es nicht überraschen , dass Rohde , wie AV . Clemm und Fr . Nietzsche , zu den treuen gehörte , die dem freiwillig scheidenden Meister nach Leipzig folgten1 . Der Wunsch , den unhaltbar gewordenen Beziehungen zur Burschenschaft aus dem Wege zu gehen , mag ihn in seinem Entschluss bestärkt haben . 
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In Leipzig ging Rohde mit aller Wucht daran , durch selbständige Kleinarbeit im Seminar und vor Allem in Ritschl's 'Societät' sich der Forschungstechnik in seiner Wissenschaft zu versichern . Zu den Intimen in Ritschl's Hause hat er nicht gehört und ist Ritsehl menschlich wohl immer fremd geblieben . 
Damals traten , auf Ritschl's Anregung , seine Schüler auch im studentischen Leben zu einem freien , jede Coniment - reiterei und sonstigen studentischen Zopf ablehnenden logischen Vereine' zusammen : lauter Namen von gutem Klang , neben Rohde R . Arnold , K . Angermann , G . Kinkel ( d . * '• ) , 0 . Kohl , E . Windisch , E . Wisser , W . H . Roscher , H . Romundt und vor Allem Fr . Nietzsche Ein sicherer Instinkt schloss die beiden Ausnahmemenschen bald enger aneinander . Sie fühlten sich in der Philologenschaar , nach Rohde's Ausdruck , »wie auf einem Isolierschemel« ; nur »der Problematiker« H . Romundt , der dann zeitweise neben sche in Basel lebte , kam ihnen innerlich näher und besass auch in spätem Jahren Rohde's »wahre freundschaftliche Theil - nahme«3 . In der societas freilich , wie im Verein hatte nicht Bolide , sondern Nietzsche die Führung [ W . H . Roscher ] ; noch in der Mitte der Siebenziger Jahre — zu einer Zeit , 
1 S . 0 . Ribbeck a . 0 . II S . 401 » . 
2 R . Weber , Gesch . d . phil . Vereins 1 f . , E . Förster , Fr . Nietzsche I 232 . 
Aus andern Kreisen ist besonders R . Ki . kinpaul zu nennen , »ein 
treftlicher kluger Mensch , mit dem man schon Haus halten könnte« . 28 IV 68 ] .
	        
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