Full text: Erwin Rohde

Zu S . 131 . 132 ff . 
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her abgemacht hat und nun sich positiv , nicht nur kritisch verhalten kann . Z . hat die schönste Grabe des leichten Discutirens ; mit flinkem Schlag weiss er dem Gegner das Florett aus der Hand zu schnellen : er ist kein Pedant , und doch nicht oberflächlich , in summa eine Erscheinung , der man , unter so viel entgegengesetzten 
in der Philologie , nur sympathisch gegenüberstehn kann Das 
kann ich mit vollster Ueberzeugung aussprechen : diese Schrift lässt den Herrn Z . , mag man an ihren Resultaten noch so viel zusetzen haben , ihrer ganzen Anlage nach , und nach dem , was sie von dem gesammten Wesen des Verf . erkennen und also von seiner Zukunft erwarten lässt , unfraglich als einen Academicus erscheinen , einen Mann , der an eine Universität gehört und nirgends anders hin . Ich meine noch im Besondern aus der ganzen Art seiner stellung eine vorzügliche Begabung zum akademischen Lehrer zu erkennen : er hat eine entschiedene Grabe der Simplificirung und also Klarmachung der Probleme , einen Zug in's Ganze und menhängende aus der Masse vereinzelter Kleinigkeiten , und endlich eine sehr bemerkenswerthe Fertigkeit des Ausdrucks , noch dazu in einer Sprache , die vermuthlich nicht seine Muttersprache ist . . . « 
Unter den zahlreichen Gutachten und Urtheilen Rohde's , druckten wie ungedruckten , die mir durch die Hand gegangen sind , kenne ich keins , das für seine Art , Bücher und Menschen schätzen , gleich charakteristisch wäre . 
[ Zu S . 132 ft' . 
Ueber die Platonischen Fragen , vor Allem die position des Staates , äussert sich Rohde am frühsten und lichsten in einem Briefe [ Tübingen , 9 . Juli 1881 ] an H . Usener , aus dem ich die einschlagende Hauptstelle heraushebe . 
»Ihre Beistimmung zu meiner Datirung des Theaetet ist mir sehr erfreulich : ich entnehme aus derselben , dass Ihnen ein leicht zu machender Einwurf , den ich gar nicht habe erwähnen wollen , weil der Zusammenhang ihn alsbald entkräftet , nicht erheblich schienen ist . Dass im Sophistes und ( wegen der Anspielung auf die thracische Sclavin ) im Theaetet Antisthenes noch als lebend vorausgesetzt werde , ist allerdings sehr wahrscheinlich ; aber eine Zeitbegrenzung wüsste ich doch daraus nicht zu entnehmen : denn warum Antisthenes nicht länger als 360 gelebt haben könne , ist mir nicht erkennbarx . Ich habe stets vom Sophistes und mehr noch vom noXtxt - xós den Eindruck der Greisenhaftigkeit des Autors pfangen , und bin ganz geneigt , diese zwei Schriften recht spät zusetzen ( vollends den Philebus ) . Der IloXixtxàç ist , davon bin ich fest überzeugt , nach den spätesten Theilen der Politeia geschrieben ; er bildet den Uebergang zu den Gesetzen . Und nun , in der Politie , bin ich in allen Hauptsachen so völlig von der Richtigkeit der Krohn - schen Analyse überzeugt , dass ich kaum begreife , wie ein fangener Leser der Politie , der nachher alsbald die Krohnsche 
1 Vgl . Kl . Sehr . I 184 . 316 f .
	        
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